Brinkhaus fordert Fairness für Wulff
Gelungene Premiere: Zum ersten Politischen Aschermittwoch begrüßte die Senioren-Union mit Dr. Siegfried Kosubek (rechts) an der Spitze Ralph Brinkhaus in Stukenbrock.

Die Senioren-Union (SU) der CDU in Schloß Holte-Stukenbrock hatte dazu in den Gasthof Zur Post geladen. Redner war der CDU-Kreisvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Ralph Brinkhaus.

Zur Begrüßung sprach SU-Chef Dr. Siegfried Kosubek, der unter anderem den örtlichen CDU-Vorsitzenden Klaus Dierks willkommen hieß. Wer nun die bayerische Tradition des Politischen Aschermittwochs vor Augen auf Verbalangriffe in alle Richtungen gehofft hatte, wurde enttäuscht.

Stattdessen hielt Brinkhaus eine Rede, die es in sich hatte – nachdem er zuvor das Jackett abgelegt hatte. „In Bayern hätte man den Gästen jetzt eine bequeme Sitzhaltung empfohlen“, scherzte der Abgeordnete. Aber fürchterlich lang solle seine Rede gar nicht werden, gab er Entwarnung.

Zum zurückgetretenen Bundespräsidenten sagte er: Es müsse der Familie Wulff möglich sein, in Deutschland ein ganz normales Leben zu führen, und es dürfe nicht sein, immer wieder auf jemanden zu treten, der schon unten liege. Mit Blick auf den Nachfolge-Kandidaten Joachim Gauck forderte er dazu auf, die Ansprüche nicht zu hoch zu schrauben. „Wir tendieren in Deutschland dazu, jemanden sehr hoch auf einen Sockel zu stellen, um eine möglichst große Fallhöhe zu erreichen.“

Für die Bundeskanzlerin hatte Brinkhaus nur lobende Worte parat. „Ich bin froh, dass es Angela Merkel ist, die uns in diesen Zeiten durch die schwere See trägt. Es ist unvorstellbar, welche enorme Verantwortung auf ihren Schultern lastet. Sie ist in dieser Zeit die richtige Person am richtigen Platz.“

Weitere Themen waren der Umweltschutz, der demografische Wandel, das Renteneintrittsalter, die Staatsschuldenkrise und die Lage in Griechenland. „Wir müssen es als unsere Aufgabe ansehen, Antworten auf die Frage zu bekommen, wie die Zukunft Griechenlands aussehen soll. Auch wenn es noch ein langer Weg werden kann“, betonte Brinkhaus mit Blick auf die Schuldenmisere in Hellas.

Mit stürmischem Beifall entließen ihn die Zuhörer in die Pause. Die nutzte Siegfried Kosubek, um das 140. Mitglied der SU, Liesel Feist, mit einem Blumenstrauß zu ehren. Es folgte eine Gesprächsrunde, in der Fragen aufs Tapet kamen, die den Menschen unter den Nägel brannten.

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