Brinkhaus für Bundestagswahl nominiert
Foto: Gerhards
Der CDU Kreisverband hat Ralph Brinkhaus erneut als Direktkandidaten für die Wahlen zum Deutschen Bundestag nominiert. Er erhielt 70 von 75 abgegebenen Stimmen.
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„Es ist nicht schön, wie es läuft. Es kann nicht sein, dass sich zwei so lange nicht entscheiden“, sagt Brinkhaus, und lässt einen Hauch von Bundespolitik durch die OWL-Arena in Halle wehen. „Unglaublich dankbar“ sei er für die Unterstützung aus dem heimatlichen Wahlkreis, „weil wir in Berlin sehen, dass es auch anders geht“. 

„CDU/CSU gegen den Rest“

Brinkhaus macht klar, worum es beim kommenden Bundestagswahlkampf geht: CDU/CSU gegen den Rest. Bevor er zurück nach Berlin fährt, um sich in seiner Funktion als CDU/CSU-Bundestagsfraktionsvorsitzender mit darum zu kümmern, dass noch an diesem Wochenende eine Entscheidung im Rennen um die Kanzlerkandidatur fällt, lässt er sich mit großer Mehrheit zum CDU-Vertreter im Wahlkreis 131 wählen. Mit 70 von 75 abgegebenen Stimmen fällt die Rückendeckung überzeugend aus. 

Axel Reimers, Vorsitzender des Haller CDU-Stadtverbands, traut Brinkhaus sogar noch mehr zu. Nach der Devise „Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte“ ist der Wiedenbrücker für ihn eine wählbare Alternative zu Armin Laschet und Markus Söder. Darauf angesprochen, winkt Brinkhaus aber entschieden ab. 

Kreisparteitag in OWL-Arena mit geöffnetem Dach

Pandemiebedingt treffen sich die CDU-Vertreter in der OWL-Arena, um bei geöffnetem Dach mit Maske und genügend Abstand ihren Kandidaten zu nominieren. Auf Wunsch können sie sich vorab einem Schnelltest unterziehen. „In einer Zeit, in der nichts normal ist und wir von den Bürgern viel verlangen, muss die CDU mit gutem Beispiel vorangehen“, sagt der Kreisverbandsvorsitzende Raphael Tigges bei der Begrüßung. 

„Kilometer 38 beim Marathonlauf der Corona-Krise erreicht“

Für ihn als „Tennisgrobmotoriker“ sei es trotz allem ein erhebendes Gefühl, einmal auf dem Center Court zu stehen, betont Ralph Brinkhaus, und bleibt bei sportlichen Metaphern. Im 42,195 Kilometer langen Marathonlauf der Corona-Krise sieht er Kilometer 38 erreicht. Viele seien bereits geimpft oder hätten einen Termin. Die angekündigten Verschärfungen sollen auch Druck von den Entscheidungsträgern nehmen. „Wir wollen da raus, und das schnell“, stellt Brinkhaus klar, denn dann beginne der Wahlkampf. 

Brinkhaus fordert Modernisierung des Staatswesens

Es gelte, Themen zu setzen. Außer der Wirtschaft als Kernkompetenz seiner Partei nennt er innere und äußere Sicherheit, Steuerung und Kontrolle der Migration sowie Nachhaltigkeit. „Wir setzen auf Technik, Innovation, Markt und Kreativität, die anderen auf Verbote“, betont Brinkhaus und erneuert seine Forderung nach einer grundlegenden Modernisierung des Staatswesens. Hier gelte es, „den Staub von 200 Jahren von den Strukturen zu blasen“ und alles urwestfälisch „wieder auf den Stock zu setzen“.

„Die CDU ist die Partei des Lebens“

„Wenn Gutes bleiben soll, müssen wir vieles anders machen“, lauten Ralph Brinkhaus’ Erkenntnisse und Lehren aus der Pandemie. Die CDU sei „die Partei des Lebens, vom Anfang bis zum Ende, die Partei der Familien und älteren Menschen“. Brinkhaus trifft damit genau den Nerv beim ostwestfälischen Publikum. Er wünsche sich, dass es auf Bundesebene in Bezug auf Substanz, Erfahrung und Ideen ähnlich gut laufen möge wie im Kreis Gütersloh. Lediglich ein bekanntes und etwas quer schießendes Parteimitglied stört die Harmonie des Kreisparteitags.

Aus schwer nachvollziehbaren Gründen schlägt er sich als Gegenkandidaten vor. Immerhin drei Stimmen gehen Brinkhaus auf diese Weise verloren. Sie fallen, genau wie zwei Nein-Stimmen, letztlich kaum ins Gewicht. In einem weiteren Abstimmungsverfahren werden mit überwältigender Mehrheit Ralph Brinkhaus, Dr. Christine Disselkamp, André Kuper, Robin Rieksneuwöhner, Detlef Temme, Raphael Tigges und Elisabeth Witte für die Landesvertreterversammlung nominiert, die unter anderem über die Zusammenstellung der Reserveliste entscheidet.

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