Campina: 231 Mitarbeiter verlieren Job
Archivbild: Neitemeier
Das Molkereiunternehmen Friedsland-Campina will 2019 sein Werk in Gütersloh schließen. 231 Mitarbeiter sind betroffen.
Archivbild: Neitemeier

Es kam zu einer spontanen Protestkundgebung auf dem Betriebsgelände an der Hans-Böckler-Straße. Ursprünglich war dort die Molkerei Strothmann angesiedelt, die später von Friesland-Campina übernommen wurde. Hintergrund des Votums von Friesland-Campina ist nach Angaben des Unternehmens eine umfassende Neuorientierung im deutschen Markt, der zergliedert und von einem scharfen, aus Überkapazitäten resultierenden Konkurrenzkampf gekennzeichnet sei.

Verlustreiche Produktion in Gütersloh

Im Zentrum der strategischen Neuausrichtung des Molkereiunternehmens stünden außer der Schließung des Werks in Gütersloh beträchtliche Investitionen in Kernmarken wie Landliebe, Tuffi und Frico, die Bündelung der kommerziellen Aktivitäten im Raum Düsseldorf sowie weitere Schritte zur Verbesserung der Profitabilität.

Von diesen Initiativen wird erwartet, dass sie das Unternehmen innerhalb von drei Jahren wieder in die Gewinnzone bringen.

Überkapazitäten im deutschen Markt

Die Schließung des Standorts Gütersloh sei eine Konsequenz aus den Überkapazitäten im stark fragmentierten deutschen Markt und der seit Jahren verlustbringenden Produktion von hochwertigen Desserts, die den Löwenanteil des Volumens in Gütersloh ausmachten, teilte das Unternehmen mit.

Diese Kategorie werde eingestellt, während andere Produktionslinien in die Werke in Köln, Heilbronn und Maasdam in den Niederlanden verlagert würden. Die Auswirkungen der Werkschließung auf die vorhandene Verarbeitungskapazität von Friesland-Campina sind zu vernachlässigen.

Unternehmen sichert Hilfe bei Jobsuche zu

„Die Entscheidung über die Stilllegung der Produktion in Gütersloh ist uns schwer gefallen“, betonte Jan Kruise, der Geschäftsführer von Friesland-Campina Germany. Aber frühere Versuche, die Probleme zu meistern, seien fehlgeschlagen und „nach sorgfältiger Prüfung von Alternativlösungen bleibt uns jetzt angesichts der fortbestehenden Verlustsituation leider keine andere Wahl“.

Man werde sich selbstverständlich in den nun beginnenden Gesprächen mit den Arbeitnehmervertretern fair verhalten und „alles, was in unserer Macht steht, tun, um den Mitarbeitern bei der Suche nach einer neuen Anstellung zu helfen“, so Kruise.

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