Chlorgas tritt in Haller Grundschule aus
Bild: Darhoven
Großaufgebot von Feuerwehren und ABC-Zug des Kreises: In der Gerhart-Hauptmann-Schule in Halle trat am Sonntagabend Chlorgas aus. Die Feuerwehr band das Gas mit Wassersprühnebel.
Bild: Darhoven

Kontrollmessungen in der Umgebung ergaben keine gefährlichen Konzentrationen. Die Rettungskräfte verzichteten deshalb auf eine Evakuierung von Wohnhäusern in der Umgebung. Die Hausmeisterwohnung, eine Turnhalle und das Schwimmbad bleiben bis zur Freigabe durch das Amt für Arbeitsschutz vorerst geschlossen. Insgesamt 340 Schüler besuchen die Grundschule Gartnisch und die benachbarte Gerhart-Hauptmann-Förderschule.

Stechender Gasgeruch im Keller

Der Hausmeister der Hauptmann-Schule hatte am Sonntag gegen 19.45 Uhr bei einem Routinerundgang im Keller stechenden Geruch bemerkt und die Feuerwehr alarmiert. Die forderte zusätzlich den ABC-Zug des Kreises Gütersloh an, der für den Umgang mit atomaren, biologischen und chemischen Stoffen ausgebildet ist. „Als wir hier ankamen, stellten wir deutlichen Chlorgasgeruch fest. Wir haben sofort eine weiträumige Absperrung eingerichtet“, berichtete Einsatzleiter Ralph Heermann, Löschzugführer der Freiwilligen Feuerwehr Halle.

Dieter Barzik, Leiter des ABC-Zugs, ordnete eine Windrichtungsmessung und eine Übersicht über die Gaskonzentrationsausbreitung an. Während die Besatzung des Gefahrgutmesswagens Luft- und Windmessungen vornahm, fuhren Polizeibeamte durch die Siedlung Bredenstraße, um die Anwohner per Lautsprecher zum Schließen von Türen und Fenstern aufzufordern. Ernste Gefahr habe allerdings nicht bestanden.

Ausdehnung auf 50 Meter Umkreis

Mit Wassersprühnebel wurde das austretende Chlorgas, das zur Hygiene im Lehrschwimmbecken der Schule benötigt wird, gebunden. Spezialisten des ABC-Zugs in grünen Chemikalienschutzanzügen und unter Atemschutz drehten bei der leckenden Gasflasche der Chlorierungsanlage, die in einem Anbau der Schule gelagert ist, den Hahn zu. Die Flasche war nur halb voll. Deshalb schätzte Löschzuführer Ralph Heermann, dass maximal 30 Liter Chlor ausgetreten sein dürften. In der stärksten Phase betrug der Radius der Chlorkonzentration rund 50 Meter. Abschließend wurde das Schulgebäude mit riesigen Ventilatoren durchlüftet.

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