DLRG-Taucher für den Ernstfall gerüstet
Taucherin Katja Paravicini von der Gütersloher DLRG-Gruppe findet bei der überregionalen Katastrophenschutzübung das in der Ruhr durch eine Puppe dargestellte vermisste „Kind“.

 Mehr als 300 Einsatzkräfte des Landesverbands Westfalen der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) waren nach Arnsberg gereist, darunter der Tauchtrupp des DLRG-Bezirks Kreis Gütersloh. Die Evakuierung eines mit 150 Personen besetzten Schiffs auf dem Sorpesee stellte einem Bericht zufolge angesichts einiger „Schwerverletzter“ hohe Ansprüche. Nach der Einrichtung einer Verletztensammelstelle und der Aufteilung der Boote für die verschiedenen Aufgaben lief die Evakuierung schließlich doch sehr zügig.

Professionelle Deichsicherung

Dass die Einsatzkräfte nicht zum ersten Mal über und unter Wasser einen Deich sicherten, wurde bei einer weiteren Aufgabe deutlich. Unter Wasser mussten auch die Gütersloher Taucher Katja Paravicini, Carsten Voßhenrich, Odo Lütje, Michael Wintjen, Hans-Dieter Hucke und Ralf Hardekopf Planen mit Sandsäcken beschweren. Die Beobachter waren über die professionelle Arbeit erstaunt – und zufrieden.

Die Suche nach zwei an der Ruhr vermissten „Kindern“ (Puppen) gestaltete sich schwierig, denn das Gelände war zum Teil sehr steil und beide Ufer mussten abgesucht werden. Da der Fluss bis zu drei Meter tief ist, waren Taucher gefordert. Verschiedene Versuche, ein Boot zu Wasser zu bringen, scheiterten. Auch war der Weg zur vermeintlichen Unglücksstelle wegen der zu geringen Wassertiefe versperrt. Schließlich gelang es den Einsatzkräften, Taucher von einem Boot ins Wasser zu lassen – und die „Kinder“ wurden gefunden.

Führungskräfte sind gefragt

Die Zusammenarbeit in einem unbekannten Gebiet zeige, so Güterslohs Gruppenführer Ralf Hardekopf, wie schwierig es manchmal sei, Einsatzkräfte schnell an den Ort des Geschehens zu bringen. Gerade die Führungskräften stünden dabei vor besonderen Herausforderungen.

Unterwasserarbeiten in 20 Meter Tiefe erfordern besondere Ansprüche an die Ausbildung, technischen Fähigkeiten und an die psychische Belastbarkeit der Taucher. Die Gütersloher sind ohne Ausnahme „alte Hasen“ und mit solchen Aufgaben bestens vertraut. Die Reparatur einer Trinkwasserleitung im Sorpesee erforderte jedoch auch nicht alltägliche Sicherheitsmaßnahmen wie die Umleitung eines Schiffs.

Am Ende waren die Gütersloher mit ihrer Übungsarbeit sehr zufrieden. Hardekopf: „Wir sind für Einsätze bestens gerüstet

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