Deckel macht die Deponie dicht
Bild: Neitemeier
Der Deckel auf der Deponie Westerwiehe II ist fertig, zur Freude von (v. l.) GEG-Bauleiter Ralf Engelhardt, Anlieger und GEG-Mitarbeiter Helmut Stüker, Bauleiter Thorsten Cramer (Kösterbau), GEG-Geschäftsführer Rüdiger Klei, Günther Eggemann (Kösterbau) sowie GEG-Mitarbeiter und Deponiewerker Alfred Bröker. 
Bild: Neitemeier

Der 74-Jährige schaffte die letzte Fuhre Mutterboden ran und kippte sie ab – mit Sorgfalt, aber auch mit Wehmut. An der Ziegeleistraße sind nun 650 000 Kubikmeter Abfall mit einem mehrere Meter mächtigen Deckel abgedichtet. Eigentlich sollte der bereits im vorigen Jahr fertig sein, doch das Wetter machte den Firmen einen Strich durch die Rechnung.

Anders als vor Jahren bei der benachbarten Deponie Westerwiehe I mit nur einer Barriere wurden jetzt mit einer Kunststoffdichtungsbahn und einer mineralischen Abdichtung zwei Sperren eingebaut. 21 Jahre nach dem letzten Abfalleinbau kann und soll kein Regenwasser mehr von oben in den Müllberg gelangen. Auch seitlich ist die Deponie seit 1992 mit einer Dichtwand gegen eindringendes Wasser geschützt.

2,5 Millionen Euro investiert

2,5 Millionen Euro hat die Abfallgesellschaft des Kreises (GEG) aus entsprechenden Rücklagen in die Oberflächenabdichtung investiert. Schließlich muss das über drei Tiefenbrunnen erfasste Sickerwasser der Deponie kostspielig in einer speziellen Anlage gereinigt werden. Wenn wegen des Deckels künftig von oben kein Wasser nachkommt, nimmt die Sickerwassermenge kontinuierlich ab – die Ausgaben sinken.

Noch fallen nach Angaben von GEG-Geschäftsführer Rüdiger Klei aber jährlich rund 10 000 Kubikmeter mit Schadstoffen belastetes Sickerwasser auf der Deponie Westerwiehe II an. Sie werden auf dem Gelände der Deponie I mit den ähnlichen Rückständen aus dem dortigen Müllberg sowie denen von der Deponie in Künsebeck gereinigt. 450 000 Euro kostet das derzeit im Jahr.

Der rund 18 Meter hohe Berg, der als Deckel aus etwa 550 000 Kubikmetern Bauschutt und Boden aufgeschüttet worden ist, hat noch einen zweiten Effekt. Er verhindert das Entweichen von Methangas in die Umwelt. Über ein spezielles System wird das bei der Abfallzersetzung entstehende Gas erfasst, mit dem gleichen Stoff aus der Deponie I vermischt und seit kurzem in einem Blockheizkraftwerk in Strom und Wärme verwandelt. Beides wird für die Sickerwasserbehandlung eingesetzt. Überschüssigen Strom speist die Abfallgesellschaft für 8,85 Cent je Kilowattstunde ins Netz ein.

Mehr zu dem Thema auf der Kreisseite Gütersloh in der „Glocke“ vom 19. August.

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