Deutsche Bahn sieht sich nicht am Zug
Der Bahnverkehr sorgt immer wieder für Staus und Stockungen im Straßenverkehr in Schloß Holte.

Das Unternehmen sieht sich indes nicht in der Pflicht. Diese Neuigkeit überbrachte Fachbereichsleiter Manfred Bonensteffen dem Stadtrat. Die Bahn teile nicht die Auffassung von Stadt und Land, dass der Ausbau der Kreuzung unter das Eisenbahnkreuzungsgesetz falle.

Nach dem Gesetz müsste das Unternehmen wie Bund und Land ein Drittel der Kosten (mehr als 400 000 Euro) übernehmen. Aus Sicht der Stadt steht der Ausbau der Kreuzung im Zusammenhang mit dem Bahnübergang in unmittelbarer Nähe. Den will die Deutsche Bahn im nächsten Jahr auf jeden Fall verbessern. Denn das gilt als Voraussetzung, damit die Sennebahn reibungslos fahren kann, wenn ihr Takt wie beschlossen erhöht wird.

Letztlich entscheidet das Eisenbahnbundesamt, ob die Umbauten der Kreuzung und des Übergangs unabhängig voneinander zu sehen sind oder ob sie tatsächlich zusammengehören. Diese Behörde erledigt das Planfeststellungsverfahren.

Die Stadt hat derweil eine Drohkulisse gegenüber der Bahn aufgebaut: Denn der Rat stimmte dem, was das Unternehmen am Übergang Oerlinghauser Straße vorhat, nur unter der Bedingung zu, dass gleichzeitig die Kreuzung angepackt wird. Diese Entscheidung wie auch das Ja zur Ausbauplanung der Kreuzung, die zwei Linksabbiegerspuren erhalten soll, fiel einstimmig.

„Das tut der Sache bestimmt gut“, betonte Bürgermeister Hubert Erichlandwehr (CDU). Zufrieden merkte er an, so könnten keine Zweifel an der Rechtsauffassung der Stadt aufkommen, dass Bund, Land und Bahn zahlen müssten.

Die Grünen hatten ursprünglich beantragt, die Ausbauplanung um einen Radweg entlang der Oerlinghauser Straße bis zur Falkenstraße zu ergänzen. Das stieß jedoch bei allen anderen Fraktionen auf Bedenken. Sie sahen eine Verquickung als nicht förderlich an. Die Grünen willigten schließlich ein, den Radweg bei den Etatberatungen erneut auf die Tagesordnung zu setzen.

Keinerlei Chancen, die Situation zu verbessern, gibt es übrigens am Bahnübergang Holter Straße, wie im Rat weiter deutlich wurde. Dort sei auch mit Technik und Umbauten nichts zu machen, sagte Manfred Bonensteffen. Mit der Ausweitung des Sennebahn-Verkehrs seien für die Verkehrsteilnehmer auf der Holter Straße längere Wartezeiten unausweichlich.

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