Die Haverkamps – eine Familie im Stones-Fieber
Bild: Ostermann
Alle regulären Alben der Rolling Stones nennt der Rheda-Wiedenbrücker Holger Haverkamp sein eigen. Ein Kellerraum ist fast ganz seiner Lieblingsband gewidmet Hier präsentiert der 39-Jährige einige Alben der Stones, darunter seine Favoriten „Exile On Main St.“ und „Let It Bleed“ (v. r.)
Bild: Ostermann

Der 39-jährige Rheda-Wiedenbrücker ist ein ruhiger, ausgeglichener Mensch. Aber wenn er über die Stones spricht, kommt er schon mal ins Schwärmen. „Beeindruckend und faszinierend“ sei es, die Musiker live zu erleben. „Gänsehaut“ habe er bei den Konzerten gehabt, sagt der Fan und strahlt. Zehnmal war ihm dieses Gefühl schon vergönnt.

 „Sehr abwechslungsreich“ findet er die Musik. Die Bandbreite der Titel und die verschiedenen Musikstile machen aus seiner Sicht den Reiz der Gruppe aus. Die Konzerte der Stones sind im Laufe der Jahrzehnte immer gigantischer geworden. „Und trotzdem“, betont Haverkamp, „sind sie irgendwie immer die kleine Bluesband geblieben, als die sie einmal angefangen haben“.

Die Leidenschaft in die Wiege gelegt

Die Leidenschaft für die Stones wurde dem gelernten Rechtspfleger quasi in die Wiege gelegt. Denn Vater Jürgen, wohnhaft in Diestedde, ist ein Fan der ersten Stunde. „Wenn Papa Musik aufgelegt hat, dann meistens von den Stones. Ich hab’ das von klein auf gehört“, erinnert sich der Filius. Seine erste eigene Platte habe er sich dann mit 14 Jahren vom Konfirmationsgeld gekauft. Nur um dann festzustellen: „Das kennst du ja alles schon.“

Edelsfans der ersten Stunde

Jürgen Haverkamp schmunzelt bei diesen Worten. Der 66-Jährige besitzt das Privileg, beim ersten Deutschland-Konzert von Mick Jagger, Keith Richards und Co. am 11. September 1965 in der Halle Münsterland mit dabei gewesen zu sein. „Die Halle war proppenvoll“, erinnert er sich. „Die Stones kamen von der Treppe zur Bühne herunter und die Fans fingen an zu schreien.“ Haverkamp hält kurz inne. In Erwartung dessen, was jetzt kommt, huscht ihm ein Lächeln über die Lippen. „Hinter mir stand ein Baum von einem Kerl. Der rief plötzlich: ,Wir haben jahrelang auf die Stones gewartet. Jetzt sind sie endlich da!‘ Den Satz gerade beendet, fiel er in Ohnmacht und wurde von Sanitätern abtransportiert.“ 45 Minuten lang spielten die Stones. Der weggesackte Edelfan war erst anschließend wieder bei Bewusstsein.

Auf der Bühne eine Klasse für sich

Ihr erstes gemeinsames Stones-Konzert besuchten Vater und Sohn Haverkamp 1990 in Köln. „Das hat mich umgehauen“, erinnert sich Holger. Auch Papa Jürgen hat das groß inszenierte Rockspektakel in bester Erinnerung. „Einfach spitze“, assistiert er. Beide schätzen zwar auch die Beatles, aber live seien die Stones einfach eine Klasse für sich. Diese Klasse würde Holger Haverkamp, hätte er einen Wunsch frei, gerne bei einem kleinen Club-Konzert genießen. Und er träumt davon, später einmal mit seiner Tochter Hannah ein Stones-Konzert zu besuchen.

Sollten die Rockveteranen tatsächlich noch einmal die Bühne erklimmen, stehen die Chancen dafür nicht schlecht. Großvater Jürgen war vor wenigen Tagen mit seiner sechsjährigen Enkeltochter im Auto unterwegs. Als der 66-Jährige eine Rolling-Stones- CD einlegte und die ersten Töne erklangen, sagte Hannah: „Das ist mein Lieblingslied!“ Keine Frage: Der Stones-Virus hat sich bei den Haverkamps mittlerweile vom Großvater über den Sohn auf die Enkelin übertragen.

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