Die Senne bebt beim „Serengeti“-Festival
Bild: Kai von Stockum
„Bad Religion“: Frontmann Greg Graffin gründete 1979 mit seinen High-School-Mitschülern die Band.
Bild: Kai von Stockum

Wie viele Gäste es genau waren, das vermag Henrik Wächter von der veranstaltenden Agentur „Vibra“ am Samstagabend noch nicht zu sagen. Dennoch ist er optimistisch, mit dem Umzug die Zahlen aus den Vorjahren übertroffen zu haben. Endlich ist das zusammengefügt worden, was zusammengehört: nämlich der Safaripark und das Festival. Der Platz hinter dem Hallenbad war irgendwann zu eng geworden, Campingmöglichkeiten gab es keine, Parkflächen waren Mangelware. Nun aber, mitten in der Senne, treten die Veranstalter am Wochenende kräftig aufs Gas – und mit ihnen die Gäste.

Kraft schöpfen jene, die auf dem Camping- oder Parkplatz übernachtet haben, am Morgen aus Dosenbier und Bratwurst. Wer duschen will, braucht viel Zeit. Verkatert, fröstelnd und übernächtigt warten Dutzende vor den Sanitärcontainern in der Hoffnung, noch etwas warmes Wasser abzubekommen.

Mittags dann aber stehen die Hartgesottenen wieder parat. Wer bei dem Begriff „Frühschoppen“ tatsächlich an einen solchen geglaubt hat, wird eines Besseren belehrt. Dahinter steckt das „Wohnraumwunder“, eine Band aus Hannover, die binnen weniger Minuten die Katerstimmung gewaltig hebt. Im Bademantel, Batman-Kostüm oder Minimal-Garderobe zieht das noch überschaubare Publikum in ersten Polonaisen über das Gelände, immer mit dem Gedanken im Hinterkopf, sich eigentlich noch etwas schonen zu müssen.

Schließlich wartet am Ende des Tags etwas Großes. „Bad Religion“. Ehe die Punkrocker aus Los Angeles dem Festival die Krone aufsetzen, dürfen allerdings noch viele andere zeigen, was sie auf dem Kasten haben. Darunter „Skindred“, „Bullet for my Valentine“, „House of Pain“ oder auch weniger populäre, aber nicht minder beeindruckende Bands wie „Mad Sin“, „Kraftklub“ und „Adept“. Die Mischung ist erstklassig, ebenso wie das Umfeld und die Atmosphäre. Lediglich ein Mal muss die Polizei wegen einer Körperverletzung am Rand des Geschehens einschreiten. Abgesehen davon aber ist das Serengeti-Festival friedlich und schlicht erstklassig.

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