Die Suche nach dem rettenden Betrag
Das Einmaleins des städtischen Haushalts: Bürgermeister Hubert Erichlandwehr rechnete den Interessierten die Einnahmen und Ausgaben der Stadt vor. Rund 100 Menschen folgten der Einladung zur ersten Bürgerversammlung zu einem städtischen Etat.

Den Teilnehmern der Bürgerversammlung zum Haushalt war klar, dass eine so radikale Maßnahme kein realistisch gangbarer Weg ist, wenn es darum geht, die finanzielle Lage der Stadt zu verbessern. Die Veranstaltung am Dienstag in der Aula des Gymnasiums war eine Premiere. Erstmals hatte die Stadt die Einwohner ausdrücklich aufgefordert, bei den Haushaltsberatungen mitzureden.

Rund 100 Interessierte folgten der Einladung, darunter etliche Kommunalpolitiker und Verwaltungsmitarbeiter. Hubert Erichlandwehr und Kämmerer Bruno Schröder skizzierten die unbefriedigende Kassenlage der Stadt und stellten den Etatentwurf 2012 vor.

Bei zwei Beispielen, den Sportplätzen und den Schulen, ging der Bürgermeister ins Detail: hohe Aufwendungen, geringe Einnahmen. Er betonte, wie gering der Spielraum der Kommune sei. Weil der Großteil der Ausgaben, etwa die Kreisumlage, nicht zu beeinflussen sei. Und weil bei den freiwilligen Leistungen nicht mehr als zwei bis drei Millionen Euro im Jahr eingespart werden könnten. Im Gegenzug würde vermutlich das Kultur-, Sport- und Vereinsleben kollabieren – das will niemand.

Die Teilnehmer der gut zweistündigen Veranstaltung hatten vor allem Fragen. Konkrete Sparvorschläge waren selten. Es blieb eher im Allgemeinen. So forderte ein Teilnehmer: „Nicht mehr ausgeben als man einnimmt, das muss die Parole sein.“

Der Haushalt 2012 soll nach aktuellen Planungen Mitte Februar beschlossen werden. Bis dahin haben die Schloß Holte-Stukenbrocker nun Gelegenheit, Spar- und Investitionsvorschläge zu unterbreiten. Und zwar indem sie Eingaben an die Verwaltung machen oder sich an eine Ratsfraktion wenden.

Als erstes Ergebnis erreichte den Bürgermeister am Mittwoch ein Vorschlag, um die Einnahmen der Stadt zu verbessern. Insgesamt bewertete Hubert Erichlandwehr die Bürgerversammlung als „sehr positiv“. Das Verständnis für die finanzielle Situation der Stadt sei gewachsen. „Und jedem dürfte klar geworden sein: So einfach ist es nicht, den rettenden Betrag zu finden.“

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