Dienst zum Schutz der Bevölkerung
Freundlichkeit ist oberste Dienstpflicht im Impfzentrum des Kreises Gütersloh: Das gilt auch bei der Registrierung der Impflinge für die beiden DRK-Helferinnen Ina Viekale (Mitte) und Ewa Söcen.

Der Schutz der eigenen Gesundheit und das Recht auf körperliche Unversehrtheit etwa zählen in Deutschland zu den Grundrechten. Sie sind in Artikel zwei des Grundgesetzes geregelt. Die Auswirkungen schwerer Notlagen zu begrenzen und zu bewältigen, ist eine Kernaufgabe des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Für das Deutsche Rote Kreuz (DRK) wiederum sind laut Mitteilung die Linderung und das Verhindern menschlichen Leids Teil der eigenen DNS. 

„Betrieb im Impfzentrum ohne DRK schwer vorstellbar“

Deshalb sei das DRK auch stark im Bereich von Bevölkerungsschutz und Rettung engagiert. „Im Kreis Gütersloh etwa wären der Betrieb des Impfzentrums und die Organisation eines flächendeckenden Teststellennetzes mit aktuell 14 Stationen in allen Kreiskommunen ohne den Einsatz des DRK nur schwer vorstellbar gewesen“, sagt Kreisvorstand Dennis Schwoch. 

Zu den DRK-Mitarbeitern im Kreis Gütersloh, die sich aufgrund ihres Amts schwerpunktmäßig um den Bevölkerungsschutz kümmern, zählt der (ehrenamtlich tätige) Rotkreuzbeauftragte Jürgen Strathaus aus Langenberg. Seine Aufgabe besteht darin, den Katastrophenschutz durch das DRK sicherzustellen. Dazu befindet sich Strathaus in enger Abstimmung mit den Behörden. So vertritt der 52-Jährige in der aktuellen Pandemie-Lage das DRK im Krisenstab des Kreises. 

Bevölkerungsschutz eine der ureigensten DRK-Aufgaben

Weil der Bevölkerungsschutz nicht nur im Vorfeld, sondern auch in aktuellen Krisenfällen ureigenste Aufgabe des DRK sei, habe der Kreisverband dem Kreis Gütersloh schon früh seine Unterstützung für den Betrieb des Impfzentrums angeboten, heißt es in einer Mitteilung. Aktuell ermöglichen knapp 50 hauptamtliche Mitarbeiter des DRK im Bereich von Empfang, Anmeldung und zwei Wartezonen einen reibungslosen Ablauf sowie die Beratung und Betreuung der Besucher. 

Quereinsteiger leitet Einsatz

Geleitet und koordiniert wird der Einsatz von Alexander Bojkow aus Friedrichsdorf. Wie die meisten anderen im Impfzentrum eingesetzten DRK-Kräfte ist der 36-Jährige ein Quereinsteiger. Er wurde eigens für diese Aufgabe vom Roten Kreuz eingestellt. Was den gelernten Einzelhandelskaufmann, der als selbstständiger Kaufmann neun Jahre lang einen Gütersloher Supermarkt geleitet hat, für das DRK so wertvoll macht, sind seine speziellen Kompetenzen.

Im Impfzentrum des Kreises Gütersloh herrscht unter allen Beteiligten ein kollegiales Miteinander. Das Foto zeigt (v. l.) Mediziner Dr. Klemens Kloppenburg im Gespräch mit Alexander Bojkow, Yvonne Drews und Andreas Klanke vom DRK.
„Alexander Bojkow hat in seinem alten Job gelernt, als Führungskraft mit Menschen umzugehen. Er kann organisieren und ist in der Lage, flexibel auf unvorhergesehene Situationen zu reagieren. Dies qualifiziert ihn für seine Aufgabe im Testzentrum“, sagt DRK-Kreisvorstand Ilka Mähler. Bojkow selbst gibt sich dabei bescheiden. Er betont stattdessen die Leistung seines überwiegend weiblich besetzten Teams: „Unsere Mitarbeitenden sind jeden Tag mit überdurchschnittlichem Engagement bei der Sache. Jede Einzelne bringt sich ein. Das ist eine tolle Sache.“ 

Improvisationstalent bewiesen

Schon mehrfach hatte Bojkow als DRK-Verantwortlicher für das Impfzentrum sein Improvisationstalent zu beweisen. „Die vier Tage, an denen wir 2500 Impflinge ohne Anmeldung durch das Zentrum geschleust haben, waren schon eine echte Herausforderung für das gesamte Team“, erinnert er sich an den Zeitraum im März, als im Kreis plötzlich mehr Impfstoff als verplant zur Verfügung stand. Dass es im Impfzentrum alles in allem gut läuft, führt der DRK-Mann auf das kollegiale Miteinander aller Beteiligten zurück. Äußeres Zeichen dafür ist eine Besonderheit des persönlichen Umgangs. 

„Wir sind hier alle per Du“

Bojkow: „Vom DRK- und MHD-Personal über den Sicherheitsdienst, die Ärzte und medizinischen Fachangestellten der Kassenärztlichen Vereinigung bis hin zum Team der Zentrumsleitung der Kreisverwaltung sind wir hier alle per Du.“ Das positive Klima, das im und rund um das Impfzentrum herrscht, kommt offensichtlich auch bei den Besuchern an und wird nicht selten freundlich erwidert. 

Süßes Dankeschön von Impfzentrumsbesuchern

Der Bielefelder Andreas Klanke, Kollege von Alexander Bojkow, sagt: „Die Leserbriefspalten in der Tagespresse und die Kommentarfunktionen in den sozialen Netzwerken sind voll von positiven Rückmeldungen nach dem Besuch des Impfzentrums.“ Ein mit allerlei Naschwerk gefüllter Tisch im Dienstzimmer von Bojkow, Klanke und ihrer Kollegin Marina Hoppe zeugt zudem davon, dass die Besucher ihren Dank nicht selten auch in süßer Form zum Ausdruck gebracht haben.

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