Drei Städte wegen Steuerreform gegründet
Bild: Bitter
Präsentieren unter Glasmalerei von 1905 im Historischen Rathaus Rietberg das Heimatjahrbuch 2019 des Kreises Güterloh: (sitzend v. l.): Landrat Sven-Georg Adenauer und Verleger Friedrich Flöttmann und (stehend v. l.): Stadtarchivar Manfred Beine (Rietberg), Kreisarchivar Ralf Othengrafen, Dr. Rolf Westheider (Versmold), stellvertretender Bürgermeister Manfred Habig (Rietberg) und Kreisheimatpfleger Martin Maschke (Steinhagen).
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Den Titel schmückt das Rietberger Mahnmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs, der vor 100 Jahren endete. Die Skulptur des Drachentöters stammt vom Leiter der Wiedenbrücker Schule, Heinrich Püts. Ehrenbürger Landrat Woldemar Tenge-Rietberg stiftete das tempelartige Monument 1936.

Rietbergs stellvertretender Bürgermeister Manfred Habig (FWG) freute sich über die Präsentation des Druckwerks mit Aufsätzen aus alter und neuer Zeit in seiner Stadt. Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU) dankte den 26 Autoren von Archäologen, Historikern und Lehrern bis hin zu Schülern. Als Kontraste erwähnte er das Jubiläum der Schlaganfall-Hilfe von Liz Mohn und die Streuobstwiese in Verl.

Das Mahnmal, das an 1918 erinnern solle, passe in die Zeit, sagte Adenauer. Kreisarchivar Ralf Othengrafen kam auf die Stadterhebung von Borgholzhausen, Versmold und Werther gleichzeitig vor 300 Jahren zu sprechen. Hintergrund war keine kommunale Neugliederung wie 1973, sondern eine Steuerreform.

Zur Aufarbeitung der Novemberrevolution 1918 im früheren Kreis Halle merkte Verfasser Dr. Rolf Westheider an, dass die dortigen Wahlergebnisse ein deutliches Bekenntnis zur Demokratie ausgedrückt hätten. Es stimme nicht, dass die Weimarer Republik zwangsläufig in den Zweiten Weltkrieg habe führen müssen.

Wenn Manfred Beine die Entwicklung des Heimatjahrbuches in 35 Jahren im Vergleich mit Erscheinungen in der Nachbarschaft als grandios bezeichnet, nennt er die Ausrichtung der Beiträge nach dem Layout. Ein Beispiel: Matthias Borner und Daniela Thomann nehmen den Leser mit ins Grüne samt beeindruckenden Bildern des Botanischen Gartens Gütersloh, der im Jahr 1912 auf Karl Rogge zurückgeht. Der Heimatverein Verl hat Naturschutz und Entwicklung der Kulturlandschaft zu einem Arbeitsschwerpunkt gemacht. Meike Rövekamp stellt Herzebrocker Bildstöcke und Wegekreuze aus dem 19. und 20. Jahrhundert sowohl als Zeugnis des Glaubens als auch als Erinnerung an Verstorbene vor. Sogar das Serengeti-Festival von Stukenbrock hat es ins Heimatjahrbuch geschafft.

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