Dreisig und Sivkov sind die „Neuen Stimmen“
Bild: Steinecke
Strahlende Sieger beim Gesangswettbewerb „Neue Stimmen“  der Bertelsmann Stiftung: (v.l.) Der russische Bassist Anatoli Sivkov, Jury-Vorsitzender Dominique Meyer, Wettbewerbspräsidentin Liz Mohn und die französische Sopranistin Elsa Dreisig.
Bild: Steinecke

 Sie erhielt den mit 15 000 Euro dotierten ersten Preis. Sieger bei den Herren wurde der weißrussische Bass Anatoli Sivko (28), der mit seiner schlanken Statur jedem klassisch-wuchtigen Bassisten-Klischee widersprach und - krankheitsbedingt - zwar angestrengt, aber für die Jury offensichtlich überzeugend sein Bestes gab. Das Ende einer glänzenden Operngala.

Jubel herrschte auch bei den Zweitplatzierten (10 000 Euro),  der jungen, koboldhaft-charmanten italienischen Mezzosopranistin Miriam Albano (24), die mit den zwei (nicht nur mimisch) hinreißenden Pagenarien aus Meyerbeers „Hugenotten“ und Gounods „Romeo et Juliette“ bezauberte, und dem vom Publikum mit lautstarken Bravorufen gefeierten aus Samoa stammenden, im neuseeländischen Auckland ausgebildeten Tenor Darren Pati. Wer je bezweifelt hat, dass Belcanto vom Feinsten auch im Südpazifik gedeihen kann, den belehrte der 29-Jährige mit einer Stimme, die so manchen im Saal Tränen in die Augen trieb, eines Besseren. Ein unter Palmen geborener Pavarotti, der am morgigen Dienstag schon wieder in San Francisco auf der Opernbühne stehen wird.

Der TV-Sender „Classica“ strahlt am 29. und 30. Oktober das Semifinal- und Finalkonzert jeweils  ab 22.20 Uhr auf  fünf Kontinenten in 33 Ländern aus.
 Platz drei (5000 Euro) ging an zwei Opernstars von morgen aus Südafrika: Lukhanyo Moyake (29), der mit strahlendem Tenor auftrumpfte, und Bongiwe Nakani (26), einer Mezzosopranistin, die sich aus den Townships hochgekämpft hat und die „nicht nur abgründig tief wie kaum eine europäische Stimme singen, sondern mit ihrer fulminanten Strahlkraft über ein ganzes Orchester hinwegfegen kann“, erklärte Jurorin Anja Silja später im Gespräch mit der „Glocke“.

Aber auch die übrigen fünf Teilnehmer des Finales gingen nicht leer aus:  Die russische Sopranistin Mariia Bochmanova, der chinesische Tenor Chen Dashuai, der südkoreanische Bariton Jung Rae Kim, der südafrikanische Bariton Luthando Qave und die brasilianische lyrische Sopranistin Camila Titinger erhielten einen mit jeweils 2000 Euro dotierten Förderpreis. Der Publikumspreis, ein Notengutschein im Wert von 500 Euro, war bereits beim Semifinale an Elsa Dreisig gegangen.

Die Sängerinnen und Sänger wurden von den Duisburger Philharmonikern unter dem Dirigent Graeme Jenkins begleitet.

Den kompletten Bericht von Finalkonzert und anschließendem Empfang im Gütersloher Parkhotel lesen Sie in der „Glocke“ vom 27. Oktober.

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