Ehemann bleibt vorerst in Haft
Archivbild: Neitemeier
In einem Waldstück fand eine Spaziergängerin im April 2013 die Leiche von Gabriele Obst. Ihr Ehemann wurde kurze Zeit später festgenommen. Derzeit sitzt er eine siebeinhalbjährige Haftstrafe ab. Ein Antrag auf frühzeitige Entlassung wurde abgelehnt.
Archivbild: Neitemeier

Gabriele Obst war am 16. April 2013 beim Zeitungsaustragen verschwunden. Ein Mitarbeiter des Haller Bauhofs fand gegen 6.40 Uhr das Fahrrad der 49-Jährigen. Als sie um 8 Uhr nicht zum Putzen auf ihrer Arbeitsstelle in Bielefeld erschien, informierte die Firma die Polizei.

Hundertschaften suchten nach der zweifachen Mutter

Die Beamten fanden in der Nähe des Orts, an dem das Fahrrad gefunden wurde, auch das Handy der Hallerin. Mit einem Großaufgebot wurde in den anschließenden Tagen das Gebiet durchsucht. Hundertschaften der Polizei suchten nach der zweifachen Mutter.

Zehn Tage später fand eine Spaziergängerin die Leiche der 49-Jährigen in einem Waldstück oberhalb des Golfplatzes auf einem Kartoffelsack liegend, ein Gewehr auf ihrem Körper. Offenbar sollte der Eindruck erweckt werden, die Hallerin habe Selbstmord begangen. Die Ermittler hatten jedoch Zweifel.

Der Verdacht fiel schnell auf den Ehemann der Getöteten. Der gab zunächst an, das Gewehr nicht zu kennen. Als seine DNS-Spuren daran entdeckt wurden, gab er zu, dass es sich um seine Waffe handele.

Ehemann wegen Totschlags verurteilt

Der heute 80-Jährige wurde zunächst wegen Mordes angeklagt. Die Staatsanwaltschaft hatte zum Ende des Prozesses elf Jahre Haft, die Verteidigung Freispruch gefordert. Das Gericht verurteilte den Mann wegen Totschlags am 10. Oktober 2013 zu siebeneinhalb Jahren Haft. Seit 14. Mai 2013 sitzt der Haller hinter Gittern.

Sein damaliger Verteidiger, Rechtsanwalt Siegfried Kammel, hatte gegen das Urteil Revision eingelegt, weil er „Lücken in der Indizienkette“ ausgemacht hatte. Er zeigte sich damals zuversichtlich, weil sein Mandant nach wie vor bestritt, seine Ehefrau erschossen zu haben.

Vorzeitige Entlassung abgelehnt

Nachdem der Verurteilte nun vier Fünftel seiner Strafe abgesessen hat, stellte er den Antrag auf vorzeitige Entlassung und die verbleibenden 18 Monate Arrest auf Bewährung auszusetzen. Das hat das Landgericht Bielefeld in einem nichtöffentlichen Verfahren abgelehnt.

Anwältin Christina Peterhanwahr zeigte sich auf Anfrage der „Glocke“ unzufrieden mit der Entscheidung. Deshalb lege sie auch Beschwerde beim Oberlandesgericht ein. Sie rechnet damit, dass in den nächsten acht Wochen ein Urteil dazu fällt. Zur Begründung wollte sie sich nicht äußern.

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