Einfach kauen, dann geht der Schmerz weg
Bild: Prignitz
Kennt sich aus: Giesela Hörster hat sich den Strohhut aufgesetzt, den bunten Rock angezogen und das rote Tuch um die Schultern gelegt – so wie es früher wohl auch die echten Kräuterhexen getan haben. Die Kinder der OGS der Michaelschule haben viel über die Heilkraft von Kräutern und den Glauben daran erfahren.
Bild: Prignitz

Schließlich muss sie erst den langen Weg vom Landerbach zurücklegen. Schon oft hat Giesela Hörster als Kräuterhexe Kindern von den heilenden Kräften der Pflanzen erzählt. Das macht sie auch diesmal. Aufgeteilt in drei Gruppen hören die Grundschüler zunächst etwas über die Geschichte der alten Dame und ihrer Schwiegertochter, die vor einigen 100 Jahren am Landerbach gelebt haben. Kräuter haben sie dort gesammelt, sie getrocknet und damit vielen Menschen geholfen. Giesela Hörster erzählt, die Kinder hören aufmerksam zu.

Früh morgens Salbei gesammelt

Dass die Menschen ein bisschen Angst vor Hexen hatten, können sich die Grundschüler vorstellen. Dass ein Arzt erst den langen Weg von Paderborn, Bielefeld oder Detmold mit der Kutsche zurücklegen musste, wenn man jemand krank war, weniger. Mit großen Ohren hört der Nachwuchs außerdem, dass die Menschen früher noch nicht so nah wie heute, sondern weit auseinander lebten.

Da war es gut, dass sie wussten, wo die Kräuterfrauen lebten. So wie die beiden damals hatte auch Giesela Hörster in aller Frühe bereits Salbei gesammelt. Beeindruckt sind ihre jungen Zuhörer, als sie hören, dass die grünen Blätter bei Halsschmerzen helfen. „Einfach kauen, dann geht der Schmerz weg.“ Noch viel mehr gute Tipps gibt es. Etwa den, dass eine Handvoll Kleeblüten im Badewasser böse Träume verscheuchen und man nach dem Bad herrlich schlafen kann. Spitzwegerich, Dill und Schafgarbe – auch das sind wichtige Heilkräuter. So wie die Bachminze.

„Tut-Nicht-Mehr-Weh-Salbe“ in Döschen

 Für jedes Kind hat Giesela Hörster ein Sträußchen gebunden. „Wenn ihr daraus Tee kocht, dann wird euch ganz warm ums Herz“, verspricht die Kräuterhexe. Auch die Mamas und Papas seien nach dem Genuss sicherlich wohlgestimmt und würden ein Auge zudrücken, wenn die Kinder ein bisschen länger aufbleiben wollten. Knusprige Plätzchen gibt es auch. „Sie lassen Zähne gerade wachsen.“

Auch die von Giesela Hörster selbst hergestellte „Tut-Nicht-Mehr-Weh-Salbe“ in kleinen Döschen soll ihren Zweck erfüllen. Und nicht zuletzt der in der OGS gemischte Spezialsaft aus Früchten, Apfelsaft und Bachminze. „Danach habt ihr keine Angst im Dunkeln mehr“, prophezeit die Kräuterhexe. „Aber ihr müsst natürlich dran glauben.“

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