Eltern kritisieren frühe Einschulung
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In Nordrhein-Westfalen gilt derzeit der Stichtag 30. September als Maßgabe für die Einschulung. Kinder, die vorher geboren werden, müssen im gleichen Jahr eingeschult werden. Die Kreisschulpflegschaft Gütersloh will das ändern und unterstützt eine Online-Petition.
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„Frühe Einschulung und früher Arbeitseintritt bedeuten oft viel Stress für die jungen Menschen und Qualitätsverlust an Schulen. Kinder brauchen genügend Zeit für Entwicklungsschritte“, heißt es in der Stellungnahme der Kreisschulpflegschaft, die von der Vorsitzenden Edith Mathmann unterzeichnet ist.

Ihr geht es besonders um den Stichtag, der 30. September, der maßgeblich für die Einschulung der Kinder ist. So könne es sein, dass Kinder, die die Schulbank drückten, noch nicht einmal sechs Jahre alt seien. Die Kreisschulpflegschaft setzt sich dafür ein, dass der Stichtag auf den 30. Juni vorverlegt wird. Außerdem sollen die Eltern mehr Mitspracherecht bekommen. Denn ein Kind darf derzeit nur ein Jahr später – also auch mit sieben Jahren – eingeschult werden, wenn körperliche Probleme festgestellt wurden. „Eine fehlende Schulreife reicht für die Rückstellung allein nicht aus“, kritisiert die Gruppe. Und sie bezieht sich in der Stellungnahme auch auf Studien, wonach eine Früheinschulung mit fünf Jahren für die meisten Kinder nicht gut ist.

„Die Rückmeldungen bekommen wir auch von Eltern aus dem Kreis Gütersloh“, sagt Mathmann. Es gebe Mütter und Väter, die kritisierten, dass ihre Kinder für den Lern-Alltag noch nicht bereit gewesen seien. Viele Eltern wollten die Entwicklungsrückstände ihres Nachwuchs durch Förderangebote ausgleichen. Um dies zu umgehen, konsultierten sie den Kinderarzt. Es komme zu häufigeren Krankmeldungen.

„Das wirtschaftliche Interesse, früher dem Arbeitsmarkt zur Verfügung zu stehen, ist mit einer immer früheren Einschulung nicht vereinbar“, heißt es in der Stellungnahme, die an die NRW-Schulministerin, die Abgeordneten des NRW-Landtags und an das Schulministerium adressiert ist.

Edith Mathmann hofft, dass die Petitionsinitiatorin die Argumente aus Gütersloh aufnehmen kann – und dass der Zusammenschluss zum Erfolg führt.

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