Emsquellen sind der Top-Favorit
Eigentlich sind die Ortsschilder mit den Stadtteilnamen, dem ellenlangen Stadtnamen und dem Hinweis auf den Kreis Gütersloh ja schon reichlich vollgeschrieben. Mit einem ergänzenden Hinweis liebäugelt dennoch ein Großteil der Kommunalpolitiker.

Im Ausschuss für Wirtschaft, Marketing und Kultur wurde aber deutlich, dass die Stadt mit ihrem herausragenden touristischen Thema auch am Straßenrand in Erscheinung treten möchte. Als Fan des einprägsamen Slogans outete sich nicht nur der Sachkundige Bürger Klaus Seichter vom Heimatverein. Er will die Stadt auf jeden Fall mit den Emsquellen in Zusammenhang bringen: „Wir müssen die Einmaligkeit propagieren.“

Die FDP war auf die Idee gekommen, den Ortseingangsschildern einen Zusatz zu verpassen, um Stadtwerbung zu praktizieren. Für Thorsten Baumgart ist das Thema Ems ebenfalls ein ideales, um deutlich zu machen, dass die Stadt Unverwechselbares zu bieten hat.

Roswitha Irmer (CSB/FWG) fand den FDP-Antrag prima: „Die Idee hätten wir auch gern gehabt.“ Sie sieht beim Blick auf die Landkarte keinerlei Probleme, sollte die Stadt mit dem Flussthema trommeln: „Die Hauptquelle ist ja unsere.“

Für CDU-Fraktionschef Jürgen Gärtner ist das letzte Wort aber noch nicht gesprochen. Zwar sieht auch er den „Emsquellen“-Zusatz als erste Wahl. Dennoch dürfe das nicht zu einer Schlechterstellung der anderen Ortsteile führen. Gärtner will zudem klären lassen, ob der Zusatz dauerhaft verpflichtend ist, geändert werden kann und ob die Ortseingangsschilder möglicherweise mit einem Zusatz überfrachtet sind.

Fraktionskollege Christian Hayk befürchtet, dass auch andere Orte mit dem Slogan „Stadt der Emsquellen“ werben dürfen. Eine Gefahr, die Stadtmarketing-Expertin Imke Heidotting nicht ganz verneinen konnte: „Es gibt keine Ausschließlichkeit.“ Es gab auch abweichende Vorstellungen über lokale Top-Themen am Straßenrand. Christian Hayk (CDU) warf den Zusatz „Steueroase“ in den Ring.

Wolfgang Wrobel (Grüne): „Wir sind da ziemlich leidenschaftslos.“ Der Stadtname sei schon lang genug. Man habe vor Jahren schon mal „Atomwaffenfreie Zone“ als Zusatz gewünscht und hätte heute gern „Tor zum Nationalpark“. Wrobel: „Aber das kriegen wir wohl nicht.“ Wegen der dafür notwendigen Ausgaben sollte man sich einen Zusatz sparen, fand der Grüne.

Die Kosten der Umrüstung hatte die Verwaltung durchkalkuliert. Für den Austausch aller 46 Ortstafeln müsste die Stadt knapp 8000 Euro berappen. Würde das Vorhaben mit Aufklebern gelöst, käme man mit rund 2000 Euro hin.

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