Engagemente an der Grenze des Lebens
Bild: Bitter
Clownin Louisa beim 13. Gütersloher Hospiztag mit Regina Korfmacher von der Hospizgruppe Rheda-Wiedenbrück.
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Clownin Louisa (Elaisa Schulz aus Bielefeld) muntert sie und die Besucher mit überraschenden Lebensweisheiten auf. Dr. Herbert Kaiser, Palliativmediziner am Klinikum Gütersloh, erinnerte dran, dass die Arbeit vor 20 Jahren mit einem Förderverein begann. Heute gehörten ambulante Dienste dazu, Ehrenamtliche hätten sich qualifiziert. Mit dem Palliativnetz sei es gelungen, dass sterbenskranke Patienten zu Hause bleiben könnten, resümierte Dr. Kaiser.

„Brauchen einen langen Atem“

Der Mediziner sieht besondere Herausforderungen für die bestmögliche Versorgung nicht mehr behandelbarer Krankheiten durch die Gesundheitsreform. „Die Menschen kommen immer kürzer und immer später zu uns. Wir brauchen einen langen Atem,“, sagte er. Kaiser hob die Leistung der Stationsschwester im Klinikum, Hildegard Oesterschlink, sowie von Brigitte Gehle und Renate Leisner in der stationären Einrichtung „Hochstraße 19“ hervor.

Diplom-Psychologin Elisabeth Schultheis-Kaiser sagte zum Thema der Tagung: „Leben mit Krankheit und Trauer“: „Gesundheit und Frohsinn wäre uns lieber gewesen.“ „Krankheit und Trauer könnten zu einer Lebenskrise führen“, weiß sie. „Durch die Bewältigung einer Krise findet der Mensch auch zu sich selbst“, tröstete sie. Die Koordinatorin des Hospiz- und Palliativvereins würdigte Dr. Kaiser für „seine Arbeit mit Herz und viel Kompetenz“.

Sterben als Teil des Lebens

Bürgermeisterin Maria Unger (SPD) lobte die Hospizbewegungen, die einen Beitrag dazu leisteten, „dass Sterben als Teil unseres Lebens betrachtet wird“. Wenn die Hilflosigkeit der Gesellschaft steige, komme Trost von den Sterbe- und Trauerbegleitern. Unger wörtlich: „Sie arbeiten an der Grenze des Lebens.“ Fachvorträge hielten die Ärztliche Psychotherapeutin Dr. Maria Eißing aus Gütersloh und die Trauerbegleiterin Jenny von Borstel aus Melle. „Eine Zeit verrinnt, eine neue beginnt . . .“ wiederholte der Bielefelder Chor für Trost-, Kraft- und Heilungsgesänge beim Durchschreiten der Aula.

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