Erste Hilfe für den Drogen-Notfall
Bild: Neitemeier
„Erste Hilfe für den Drogen-Notfall“: Über dieses gemeinsame Projekt von Caritas und Rotem Kreuz im Kreis Gütersloh freuen sich (v. l.) Burckhard Huber (DRK) sowie von der Caritas-Drogenhilfe Lars Riemeier, Ruth Walter und Peter Köching. Wer den Crash-Kursus besucht hat, bekommt als Dankeschön einen Schlüsselanhänger mit einem Beatmungstuch, um für den Ernstfall gerüstet zu sein. 
Bild: Neitemeier

iEs geht um einen Crash-Kursus „Erste Hilfe im Drogen-Notfall“. Zwei Schulungen mit 16 Konsumenten haben nach Angaben von Peter Köching, dem Leiter der Sucht- und Drogenhilfe der Caritas, bereits erfolgreich stattgefunden. Am Donnerstag, 21. Juli, gibt es im Rahmen des nationalen Gedenktags für verstorbene Drogenabhängige ein weiteres Angebot.

Ab 10 Uhr steht im Café der Drogenberatung an der Roonstraße 22 in Gütersloh Lars Riemeier bereit, um Klienten und Angehörige für einen Notfall fit zu machen. Der Mitarbeiter der Sucht- und Drogenhilfe ist als ausgebildeter Rettungsassistent auch in der Lage, theoretisch und praktisch zu erläutern, was beispielsweise bei Bewußtseins- oder Atmungsstörungen sowie bei einem Herzstillstand zu tun ist.

Crash-Kursus dauert 90 Minuten

Hintergrund des neuen Angebots sind nicht außergewöhnlich viele Drogentote, sondern die zunehmende Zahl an Trauergesprächen im Café. „Drogenabhängige, die den Tod eines Bekannten erlebt haben, machen sich im Nachhinein oft Vorwürfe, zu spät oder nicht richtig gehandelt zu haben“, berichtet Caritas-Mitarbeiterin Ruth Walter. Hinzu komme die aus dem Konsum von illegalen Drogen herrührende Unsicherheit, im Notfall tatsächlich sofort Hilfe von außen zu holen.

 Aus diesen Gesprächen heraus und weil jeder Drogentote auch beim Caritas-Team „Spuren hinterlässt“ (Köching), entstand die Idee, erste Hilfe für den Drogennotfall anzubieten. Lars Riemeier, der auch beim Roten Kreuz entsprechende Kurse gibt, stieß mit diesem Projekt bei Burckhard Huber vom DRK-Kreisverband sofort auf offene Ohren. „Wir haben ein gemeinsames Ziel: Wir wollen Menschen in Not helfen.“ Deshalb stellt das DRK nun Unterrichtsmaterialien wie Beatmungspuppe und Masken zur Verfügung.

90 Minuten dauert ein Crash-Kursus mit maximal fünf Teilnehmern. Außer dem Umgang mit Störungen lebenswichtiger Funktionen wird den Drogenabhängigen das grundlegende Hilfsschema für jede Art Notfall vermittelt. Das reicht vom Rufen der Hilfe und dem Spenden von Trost bis zum Unterlegen einer Decke. Riemeier: „Wir probieren das richtige Verhalten in der Praxis aus, damit es im Ernstfall abrufbar ist und keine Ohnmacht herrscht.

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