FDP will restliche RWE-Aktien verkaufen
Bild: Steinecke
Vor allem die Lichtplanung für das Museum Peter August Böckstiegel in Werther-Arrode sollte RWE fördern. Die FDP hatte 2014 bereits den Antrag gestellt, die restlichen RWE-Aktien zu verkaufen. Wegen des Engagements des Energieversorgers beim Museumsbau und weil der Kurswert seinerzeit mit 74 000 Euro zu gering war, zog die FDP ihren Antrag zurück.
Bild: Steinecke

Sie hatte ihn damals allerdings wieder zurückgezogen – wegen des Engagements des Energieversorgers beim Böckstiegel-Museum.

2788 RWE-Aktien hat der Kreis Gütersloh derzeit noch. Eigentlich waren einmal alle verkauft worden – gut 367 000 Stück, wie es am Montag auf Nachfrage der „Glocke“ aus dem Kreishaus hieß. Dieser Restbestand stammt aus einem Vergleich durch Klagen ehemaliger VEW-Aktionäre.

Während der ehemalige Landkreis Halle Aktien des Energieriesens RWE besaß, waren es im damaligen Landkreis Wiedenbrück solche der Vereinigten Elektrizitätswerke Westfalen (VEW). Beide Landkreise gingen 1973 im Rahmen der nordrhein-westfälischen Gebietsreform im neu gegründeten Kreis Gütersloh auf. Die Aktien der beiden Energieversorger waren fortan im Besitz der neuen Verwaltung.

Im Jahr 2000 fusionierten RWE und VEW. Es wurde geklagt, und der Kreis Gütersloh bekam 2009 die genannten 2788 Aktien, obwohl er bis 2007 eigentlich in einer letzten Marge alle verkauft hatte.

2014 hatten die Liberalen schon einmal beantragt, die RWE-Aktien zu verkaufen – damals mit einem Kurswert von gut 74 000 Euro. Die FDP zog den Antrag allerdings wieder zurück, weil man auf Spenden für das Böckstiegel-Museum hoffte. Ein Jahr später – im April 2015 – konnte Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU) schließlich verkündigen, dass RWE sich vier Jahre beim Bau des Museums in Werther-Arrode engagieren wolle. Eine konkrete Summe wurde allerdings nicht genannt.

Adenauer hatte sich seinerzeit ausdrücklich dafür ausgesprochen, die Aktien nicht zu verkaufen. „Vernetzung auch außerhalb des Kreises ist eine Stärke und zahlt sich nun aus“, sagte er seinerzeit bei einer Sitzung des Kreisausschusses.

Die FDP argumentiert, dass Investitionen in ein börsennotiertes Unternehmen nicht zu den Aufgaben des Kreises gehöre. Der Antrag soll morgen, Mittwoch, 15 Uhr, im Finanz- und Rechnungsprüfungsausschuss diskutiert werden.

Landrat Adenauer ist Mitglied in vier RWE-Gremien. Für sein Engagement beim RWE-Beirat Nord bekam er 2018 insgesamt 5200 Euro. Die musste er komplett an die Kreiskasse abführen. Noch 20 Jahre im Amt, und die Sitzungsgelder würden den Kurswert übersteigen. Sollten die Aktien verkauft werden, würde er nicht mehr in den Gremien sitzen.

SOCIAL BOOKMARKS