Falsche Adressen und nette Leute
Bild: Neitemeier
Fertig: Tanja Meer (links) von der Erhebungsstelle nimmt die Unterlagen von Interviewerin Renate Knemeyer entgegen.
Bild: Neitemeier

Sie hat die Fragebögen der von ihr in rund 30 Wohnungen erfassten 100 Bürger in der Zensus-Erhebungsstelle in Rheda-Wiedenbrück bereits abgegeben. Auch Silina Kowalewski (18) aus Wiedenbrück kann sich nicht beklagen. Sie hat zwar erst die Hälfte der ihr zugeteilten und nach dem Zufallsprinzip ausgewählten Adressen abgeklappert, „aber es geht schneller, als ich gedacht habe“.

„Es besteht Auskunftspflicht“

Einige Bürger haben den Fragebogen auch nur angenommen, wollen ihn selbst ausfüllen und zurückschicken. Das vermerken die Interviewer auf ihrer Liste – und dann ist Erhebungsstelle am Zug. Die neun Mitarbeiterinnen (fünf Stellen) müssen in den nächsten Wochen kontrollieren, ob der Bogen eingeht. Wenn nicht, wird nachgehakt. Denn, so Bianca Sell (Bild), die Leiterin der Erhebungsstelle: „Es besteht Auskunftspflicht.“

Mit dem Beginn der Befragung im Kreis ist Sell „im Großen und Ganzen sehr zufrieden“. Die größten Probleme bereiteten die fehlerhaften Anschriften, weil beispielsweise Hausnummern nicht existierten, die Straßen umbenannt seien oder sich unter der angegebenen Adresse statt eines Gebäudes eine Baulücke befinde. „Das führt zu Nachfragen und Nachforschungen“, sagt Sell.

Telefone stehen nicht still

Die Telefone in der Erhebungsstelle stehen nicht still. Erst recht nicht der Hotline-Apparat. Die Liste der Anliegen reiche von grundsätzlichen Auskünften bis zu Terminfragen. Einige Anrufer wollten sogar wissen, ob sie ausgewählt seien. Auskünfte zur parallel laufenden Befragung aller Wohnungs- und Gebäudeeigentümer gibt es beim Kreis aber nicht. Sell: „Wir kümmern uns nur um die personenbezogenen Erhebungen, die andere Befragung ist allein Sache von IT NRW.“

Ohne dazu verpflichtet zu sein, hat Renate Knemeyer gleichwohl beim Ausfüllen auch der Wohnungsbögen geholfen. „Die Menschen waren oft sehr dankbar“, berichtet die Rentnerin. Wenige Tage vor dem offiziellen Start der Volkszählung hatte sie ihren Kandidaten Terminvorschläge in den Briefkasten gesteckt und dann am 9. Mai gleich losgelegt. „Das hat sehr gut geklappt. Es gab nur wenig Verschiebungen.“ Aufkommende Bedenken konnten entkräftet werden. „Manche haben am Ende sogar gefragt: Mehr wollen Sie gar nicht wissen?“

Mehr zu dem Thema auf der Kreisseite Gütersloh in der „Glocke“ am 20. Mai.

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