Familien können bereits Anträge stellen
Finanzschwache Familien können bereits jetzt Anträge auf Förderung aus dem Bildungs- und Teilhabepaket stellen.

Formlose Schreiben können es sei, mit denen bei den Behörden für die Kinder um Unterstützung beispielsweise beim Schulbedarf, bei Klassenfahrten oder Freizeitaktivitäten gebeten wird. „Der Rechtsanspruch kann jederzeit eingefordert werden“, sagte Kreisdirektor Christian Jung am Dienstag im Ausschuss für Arbeit und Soziales.

Etwa 8000 Kinder betroffen

Rund 8000 Kinder und Jugendliche dürften kreisweit nach Schätzungen der Verwaltung in den Genuss der Unterstützung kommen. 75 Prozent von ihnen sind den Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaften zuzuordnen und sollen in Sachen Bildung und Teilhabe vom Jobcenter betreut werden.

Weitere etwa 2000 Kinder sind laut Jung jenen Familien zuzurechnen, die Anspruch auf Kindergeldzuschlag und Wohngeld haben. Um sie muss sich der Kreis selbst kümmern. Und dann gibt es noch den Nachwuchs von Asylbewerbern, deren Betreuung dem Gesetz nach den Kommunen zuzurechnen ist.

Um unnötige Doppelstrukturen und einen zu hohen Verwaltungsaufwand zu vermeiden, wollen sich Kreis, Kommunen und das Jobcenter in Kürze an einen Tisch setzen, um eine schlanke und effektive Lösung zu erarbeiten. Noch aber fehlen Ausführungsvorschriften des Landes.

Offensive Werbung umstritten

Wie erfahren die betroffenen Eltern von der möglichen Förderung von Nachhilfeunterricht, Mittagsverpflegung in der Schule sowie sportlichen und kulturellen Angeboten? Über diese Frage gingen die Meinungen im Ausschuss auseinander.

Angesichts der finanziellen Folgen warnte Christian Jung vor einer allzu offensiven Werbung. Seiner Ansicht nach reicht es, wenn das Jobcenter und die Kindergeldkasse ihren Bescheiden Infoblätter beilegen. „Die uns zur Verfügung stehenden Bundesmittel werden sonst nicht reichen. Alles, was wir mehr ausgeben, geht zu unseren Lasten“, warnte der Kreisdirektor. Bisher hat der Kreis mit Einnahmen und Ausgaben in Höhe von 4,1 Millionen Euro kalkuliert.

Was die Politiker meinen, lesen Sie auf der Kreisseite Gütersloh in der „Glocke“ vom 23. März.

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