Familienbündnis: Zukunft noch ungewiss
Vor zwei Jahren ist das Mastholter Türenwerk Grauthoff beim Wettbewerb "Familie gewinnt" unter anderem für die sehr flexiblen und familienfreundlichen Arbeitszeiten ausgezeichnet worden.

Derzeit lässt sich der Kreis die von vielen Seiten hochgelobte Arbeit des Bündnisses jährlich 30 000 Euro kosten. Was die Bertelsmann Stiftung dazu tut, wurde bislang öffentlich nicht beziffert. Eine Vorentscheidung über die Zukunft des Angebots stand am Montag im Kreisausschuss nicht auf der Tagesordnung. Vielmehr zeigte Koordinatorin Carina Stöckl (Bild) auf, was das lokale Bündnis für sein Ziel, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern, leistet.

Längst eine Marke

Ende 2005 als bundesweit 250. lokale Initiative ins Leben gerufen, sei das Projekt im Kreis längst „zu einer Marke“ geworden, sagte Stöckl. „Wir werden von Arbeitgebern wie von Beschäftigten wahrgenommen. Wir machen keine Akquise mehr, sondern man kommt auf uns zu“, berichtete die Koordinatorin nicht ohne Stolz. Mit Veranstaltungen, Broschüren, Wettbewerben und Workshops werbe man für eine familienfreundlichere Unternehmenskultur, die sich schließlich für Firmen und Mitarbeiter gleichermaßen auszahle.

Viele Anstöße gegeben

„Wir haben schon viele Betriebe beraten und Anstöße gegeben“, erklärte die Koordinatorin. Zudem steigere Familienfreundlichkeit nicht nur die Attraktivität der Unternehmen, sondern wirke sich insgesamt auch positiv auf den Wirtschaftsstandort Kreis Gütersloh aus – erst recht in Zeiten des Fachkräftemangels. Für die tägliche Arbeit hat die Initiative inzwischen über einen Zeitraum von neun Monaten 14 Männer und Frauen zu Beratern in Sachen familienfreundliche Arbeitswelt ausgebildet.

Das Bündnis nimmt in diesem Jahr außer der besseren Vereinbarkeit von Arbeit und Kindererziehung auch die Kombination von Berufsleben und Pflege in den Blick. Am Freitag dieser Woche werden Arbeitgeber, Personalchefs und Betriebsräte unter dem Motto „Wenn Mitarbeiter pflegen“ intensiv über das neue Familienpflegegesetz und dessen mögliche Auswirkungen auf den Firmenalltag informiert.

Und weil gute Beispiele Schule machen sollen, ist der Unternehmenswettbewerb „Familie gewinnt“ gerade zum dritten Mal ausgeschrieben worden. Betriebe, die sich über das Normalmaß hinaus engagieren oder pfiffige Ideen umsetzen, können ausgezeichnet werden.

Was die Politik sagt, lesen Sie auf der Kreisseite Gütersloh in der „Glocke“ vom 6. April.

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