Fern der Heimat am Himmel getroffen
Lufthanseaten: Mika Alexander Hoppe und Stephanie Ebbing haben ausnahmsweise außerhalb ihres Diensts die Uniformen angezogen. Das Flugzeug-Modell ist ein A 380.

Stephanie Ebbing ist Flugbegleiterin bei der Lufthansa und Kabinenchefin im Großraum-Airbus 380. Mika Alexander Hoppe düst als Flugbegleiter in einer Boeing 747 um die Welt. „Allein in Frankfurt gibt es 18 000 Kollegen“, erzählen die beiden.

Dass sie sich ausgerechnet bei einem Flug nach Chicago über den Wolken begegneten, weil beide im hinteren Teil des riesigen 747-Fliegers eingesetzt waren, einer auf der rechten und einer auf der linken Seite des Gangs, „das war ein unglaublicher Zufall, fast so unwahrscheinlich wie ein Sechser im Lotto“. Denn: „Hätte einer weiter vorn gearbeitet, wären wir sicherlich nicht ins Gespräch gekommen.“

So aber entwickelte sich folgender Dialog: „Wo kommst du denn her?“ – „Kennst du ganz bestimmt nicht.“ – „Woher denn?“ – „Aus der Nähe von Paderborn, kennst du garantiert nicht.“ „Ja, wo denn da?“ „Aus Schloß Holte-Stukenbrock.“

Größer hätte die Überraschung kaum ausfallen können, denn genau dort sind beide seit vielen Jahren zu Hause. Zehn Jahre ist das jetzt her. Fern der Heimat haben die beiden dank ihres Berufs jede Menge erlebt. Etliche Länder und Städte rund um den Globus haben sie gesehen, unendlich viele Eindrücke gesammelt. Immer dort auf der Welt, wo sie nach längeren Flügen Station gemacht haben. Stephanie Ebbing fällt die Chinesische Mauer ein, „die man gesehen haben muss“, oder eine Reitsafari im Nationalpark in der Nähe von Johannesburg. Mika Alexander Hoppe nennt etwa Go-Card-Fahren in Buenos Aires. „Das sind Momente, in denen ich sicher bin, dass ich den besten Job der Welt habe“, schwärmt Stephanie Ebbing.

Sie betont: „Uns verbindet die Liebe zur Fliegerei und zur Dienstleistung.“ Stephanie Ebbing und ihr Kollege stellen klar, dass Flugbegleiter sein wesentlich mehr bedeutet als nur Getränke zu reichen. Es heiße vor allem, sich den Passagieren zuzuwenden, sich verantwortlich zu fühlen, ihnen ein Gefühl der Sicherheit zu vermitteln, sie mit ihren Ängsten und Sorgen ernst zu nehmen.

Von einer Geburt bis zum plötzlichen Todesfall haben beide schon alles auf Flügen erlebt. Nicht zuletzt über kulturelle Hintergründe müssen sie Bescheid wissen. Etwa darüber, dass es ein Fauxpas wäre, einem Japaner die Schuhsohlen zu zeigen oder vor einem Chinesen die Nase zu putzen.

Meist sind es nicht die dramatischen, sondern die schönen und auch lustigen Dinge die auf den Flügen überwiegen. Zum Beispiel wenn Mika Alexander Hoppe herausfindet, dass ein ehemaliger Schulkollege seiner Mutter mitfliegt. Oder eine Katze ausgebüxt und sich so gut versteckt hat, dass sie auf allen Vieren gesucht wird und die Bordtür erst nach ihrem Auffinden geöffnet werden kann.

Obwohl die beiden Flugbegleiter seit dem Zufallstreffen am Himmel nicht mehr gemeinsam geflogen sind, „ist der Kontakt nie verloren gegangen“, wie Stephanie Ebbing erzählt. Und vielleicht schaffen sie es ja doch, „obwohl das logistisch fast unmöglich ist“, wieder einmal gemeinsam über den Wolken zu schweben.

SOCIAL BOOKMARKS