Finanzämter büßen 108 Millionen Euro ein
Bild: Neitemeier
Die Steuereinnahmen im Kreis Gütersloh sind 2010 um 5,6 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro gesunken. das berichteten gestern (v.l.) Sachgebietsleiter Rainer Binke, Dr. Christina Michalke (stellvertretende Amtsvorsteherin in Wiedenbrück), Franz Josef Brüggemeier (stellvertrettender Vorsteher in Gütersloh) und Matthias Köpp (Geschäftsstellenleiter Wiedenbrück).
Bild: Neitemeier

Die einzelnen Steuerarten entwickelten sich sehr unterschiedlich. Auch die Zahl der Steuerfälle ging um 0,5 Prozent auf rund 142 000 zurück. Das teilten Dr. Christina Michalke und Franz-Josef Brüggemeier als stellvertretende Vorsteher der Finanzämter Wiedenbrück und Gütersloh am Donnerstag mit. Das gesunkene Aufkommen insgesamt und die um 30 Prozent auf 310 Fälle gestiegene Zahl der Privatinsolvenzen zeigt laut Michalke, „dass der normale Lohnabhängige die Krise immer noch spürt“.

„Die Entwicklung ist sehr unterschiedlich“

Mit einem Rückgang von 15,4 Prozent oder 31,5 Millionen Euro auf nunmehr 204 Millionen Euro fällt die vereinnahmte Einkommenssteuer besonders ins Auge. Eine schlüssige Erklärung gibt es laut Brüggemeier dafür nicht. Die rechtlich neuerdings mögliche Absetzbarkeit aller Vorsorgebeiträge allein reiche dafür nicht aus, zumal die Einkommensteuer auf OFD-Ebene um 11 Prozent zugelegt habe. Brüggemeier: „Die Entwicklung im Land ist sehr verschieden.“

Die höchsten Einnahmen im Kreis erzielten die Finanzämter auch 2010 aus der Lohnsteuer: Gleichwohl verringerte sich das Aufkommen um 49 Millionen oder 5,7 Prozent auf 802 Millionen Euro. Brüggemeier führt das – abgesehen von den Veränderungen bei den Vorsorgebeiträgen vor allem auf die Wirtschaftskrise und die verstärkte Kurzarbeit zurück. Dagegen ist das Plus von 13,7 Prozent (5,9 Millionen Euro) bei der Umsatzsteuer (insgesamt 49 Millionen Euro) für den stellvertretenden Finanzamtschef ein Zeichen für die 2010 eingesetzte wirtschaftliche Erholung bei den Kapitalgesellschaften.

Bearbeitung erfordert mehr Zeit

Während die Umsatzsteuer um rund ein Prozent auf 621 Millionen Euro sank (Michalke: „Das ist eher unspektakulär“), nahmen die beiden Ämter 27 Millionen Euro oder satte 20 Prozent weniger Kapitalertragssteuer – eine Folge des niedrigen Zinsniveaus. Knapp ein Viertel aller Steuerfälle landet inzwischen auf elektronischem Weg über das Elster-Programm auf dem Tisch der Finanzämter. Auch wenn es einzelne andere Beispiele gibt, so dauert die Bearbeitung einer Steuererklärung in den beiden Behörden derzeit mindestens 14 Wochen. In dieser Zeit nach Abgabe der Unterlagen sollten die Bürger von telefonischen Nachfragen absehen.

Wie viele Strafverfahren wegen Steuerhinterziehung eingeleitet wurden, was die Außenbetriebsprüfungen erbracht haben und was es sonst noch Neues von den heimischen Finanzämtern gibt, lesen Sie am 31. März auf der Kreisseite Gütersloh der „Glocke“.

SOCIAL BOOKMARKS