Finanzamt zufrieden mit der Ausbeute
Bild: Bitter
Die Führungsspitzen der Finanzverwaltung im Kreis Gütersloh: (v. l.) der Vorsteher des Finanzamts Wiedenbrück, Stephan Spies, und seine ständige Vertreterin Dr. Christina Michalke, der Vorsteher des Finanzamts Gütersloh, Thomas Hartmann, der Leiter seiner Geschäftsstelle, Christian Frank, und sein neuer ständiger Vertreter Oliver Kruse.
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Gegenüber 2010 ist das ein Mehr von 46,4 Millionen Euro. An Platz zwei rangiert mit 467,7 Millionen Euro weiterhin die Umsatzsteuer, obwohl sie um 21,52 Prozent einbrach. Die Einkommensteuer, die dem Aufschwung traditionell „nachhängt“, machte einen gewaltigen Sprung nach oben, und zwar um 43,69 Prozent auf 247,9 Millionen Euro. Kräftig sprudelten die Kapitalertragssteuer mit 178,4 Millionen Euro (plus 65,37 Prozent) und die mit 101,5 Millionen Euro mehr als verdoppelte Körperschaftssteuer.

Dass die Grunderwerbssteuer um 5,2 Millionen Euro auf 20,6 Millionen Euro zulegte, lässt sich auf die Erhöhung des Hebesatzes um 1,5 Prozent im letzten Quartal 2011 zurückführen. Sie löste vorgezogene Umsätze aus, um ihr aus dem Weg zu gehen.

Für Vorsteher Thomas Hartmann vom Finanzamt Gütersloh und seinen Kollegen Stephan Spies vom Finanzamt Wiedenbrück spiegelt der spürbare Anstieg der Ertragssteuern die gute konjunkturelle Situation im Kreis Gütersloh wider. Die Steigerung des Lohnsteueraufkommens ist für die Experten ein deutliches Indiz, „dass die in der Region beschäftigten Arbeitnehmer von dem Aufschwung profitierten“. Vor diesem Hintergrund steht der Rückgang der Umsatzsteuer um mehr als ein Fünftel laut Thomas Hartmann „dem positiven Trend der heimischen Wirtschaft nicht entgegen“.

Wachsende Exporte, für die Umsatzsteuer erst im Ausland gezahlt wird und gleichzeitiger Vorsteuerabzug im Inland liefern dafür eine Erklärung. Hinzu kämen die Vorsteuererstattungen für Photovoltaikanlagen, ergänzt sein Kollege Stephan Spies.

Ins Bild einer stabilen Konjunktur passt der Rückgang der Insolvenzverfahren für Unternehmen von 277 in 2010 auf 174 in 2011. Der Boom der Neugründungen flaute im Vorjahr um 8,5 Prozent auf 3496 ab. Enthalten sind 875 aus dem Bereich der erneuerbaren Energien (Photovoltaikanlagen).

Fleißig unterwegs waren die Prüfer der heimischen Finanzämter. Sie brachten es auf 1248 Außenprüfungen. Dabei kamen 20,4 Millionen Euro an Nachzahlungen heraus. In 137 Fällen tauchte der Verdacht der Steuerhinterziehung auf, dem nun in Strafverfahren nachgegangen wird.

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