Fischsterben: Trotz Regens keine Entwarnung
Bild: Bojak 
Auch wenn es an manchen Gewässern so aussieht, als ob sich die Lage entspannt hätte  - wie hier an der Dalke in Gütersloh -, bittet der Kreis darum, kein Wasser zu entnehmen. Ein zu niedriger Pegel kann zu Fischsterben führen.
Bild: Bojak 

Auch wenn die vergangenen Tage ein paar Regenschauer gebracht haben, gibt der Kreis Gütersloh noch keine Entwarnung. Zwar seien in den vergangenen Tagen kein neues Fischsterben gemeldet worden, sagt Lena Bökenhans, Pressesprecherin des Kreises. Die Lage sei dennoch angespannt – zumal für die kommenden Tage wieder steigende Temperaturen angesagt seien.

Allein bis Anfang August waren im Kreisgebiet bereits fünf Fälle von Fischsterben gemeldet worden: in Langenberg (Forthbach), Versmold (Aabach und Ziegenbach), Greffen (Loddenbach) sowie Rietberg (Wapel).

Wegen der anhaltend hohen Temperaturen waren die Wasserstände und damit der Sauerstoffgehalt in den Gewässern niedrig. Wer in den kommenden Tagen drohendes Fischsterben beobachtet, wird gebeten, die Kreisleitstelle unter 05241/504450 zu informieren

Übrigens nicht nur bei der Hitze. „Die Kreisleitstelle sollte bei solchen Beobachtungen immer informiert werden – egal zu welcher Jahreszeit“, sagt Bökenhans.

Fische nicht selber umsetzen

Die Kreisleitstelle werde dann unmittelbar notwendige Maßnahmen einleiten. „Wir bitten die Bürger, davon abzusehen, eigenständig einzugreifen und beispielsweise Fische umzusetzen“, sagt Dr. Wolfgang Schwentker, Leiter der Abteilung Ordnung des Kreises Gütersloh.

Das sei einerseits wegen des Fischereirechts nicht möglich. Außerdem sei es nicht sinnvoll. Besonders bei Gewässern in Naturschutzgebieten sei zusätzlich Vorsicht geboten.

„Um Fische umzusetzen, muss man über das entsprechende Fachwissen verfügen, beispielsweise wie das Verhältnis zwischen Raub- und Friedfischen ist oder wie es mit den Nahrungsquellen aussieht. Das ökologische Gleichgewicht der Gewässer soll nicht gefährdet werden“, so Schwentker.

Weiterhin gilt: Kein Wasser entnehmen

„Wir verstehen, dass es für die Bürger schwer ist, mitanzusehen, wie Bäche trocken fallen. Aber Wasser aus anderen Gewässern umzuleiten oder Stauwehre zu verändern, kann wiederum zu Wassermangel an anderer Stelle führen“, führt Janina Pohlmann vom Sachgebiet Kultur- und Wasserbau des Kreises Gütersloh aus. Ein allgemeingültiges Patentrezept gebe es für solche Fälle nicht.

Und Katrin Traeger von der Unteren Wasserbehörde des Kreises Gütersloh appelliert noch einmal an die Bürger: „Auch wenn es jetzt regnet: Entnehmen Sie bitte weiterhin kein Wasser aus Gräben, Bächen, Flüssen, Teichen und Seen.“

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