Flüchtlinge: Anforderungen steigen an
Bild: Neitemeier
Auf weitere Zuweisungen von Flüchtlingen – auf unserem Bild bei der Ankunft vor der Unterkunft in Friedrichsdorf – stellen sich der Kreis Gütersloh und die beteiligten Kommunen ein.
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„Die Anforderungen steigen an“, sagte Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU). 840 dieser Menschen hätten sich zum Stichtag 22. Oktober in Notunterkünften auf Kreisgebiet befunden, sagte Thomas Kuhlbusch, der Leiter des Fachbereichs Gesundheit, Ordnung und Recht. Zum Vergleich: Im Regierungsbezirk Detmold waren es 2260, in Nordrhein-Westfalen 50 000. Am 2. November werden die Plätze in den beiden Gütersloher Sporthallen um jeweils 100 aufgestockt. 130 Plätze mehr sollen in der Rheda-Wiedenbrücker Unterkunft geschaffen werden.

 Förder- und Qualifizierungsprogramme will Fred Kupczyk, der Jobcenter-Geschäftsführer, bereits bei Flüchtlingen mit hoher Chance auf ein Bleiberecht ansetzen. So könne der Förderprozess nahtlos nach der Anerkennung fortgeführt werden. Erste kleine Erfolge seien zu verzeichnen, so Kupczyk. So hätten zwei Unternehmen ihre Bereitschaft signalisiert, 13 Flüchtlinge einstellen zu wollen.

Dass es zu wenig bezahlbaren Wohnraum im Kreis Gütersloh – auch für Flüchtlinge – gebe, hob Frank Scheffer, Fachbereichsleiter Bauen und Umwelt, hervor. Gerade erst teilte das Pestel-Institut, das sich als Dienstleister für Kommunen versteht, mit, im Kreis Gütersloh würden rund 1710 Wohnungen für jene Flüchtlinge, die in diesem Jahr kommen, zusätzlich gebraucht. Eine Arbeitsgruppe mit Wohnungsbaugesellschaften soll das Problem in Angriff nehmen, stellte Scheffer in Aussicht.

Stellen reichen nicht

Dass die ausgeschriebenen zwei zusätzlichen Stellen in der Ausländerbehörde mit Blick auf das kommende Jahr nicht reichten, machte Kämmerer Ingo Kleinebekel deutlich. Vier Verwaltungskollegen seien mit Registrierungsaufgaben in das Zeltdorf nach Schloß Holte abgestellt, sechs weitere Stellen benötige die Jugendhilfe. Der finanzielle Mehraufwand werde 2016 deutliche Auswirkungen auf den Haushalt haben.

Freiwilligkeit bei der Rückführung abgelehnter Asylbewerber habe Vorrang, hob der Landrat noch einmal hervor und erhielt die Zustimmung der Fraktionen. Auf Vorschlag von Helga Lange (Grüne) will sich demnächst eine parteiübergreifende Delegation ein eigenes Bild von der Situation der Flüchtlinge in den Notunterkünften machen.

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