Fraktionsspitze korrigiert CDU-Vorstoß
Bild: Kellermeister (Pixelio)
Der Awo-Ortsverband muss damit rechnen, dass ihm die jährliche Finanzspritze ab 2013 versagt wird.
Bild: Kellermeister (Pixelio)

Am Montag waren die beiden im Fachausschuss für Demografie kompromisslos dafür eingetreten, den Zuschuss aus dem laufenden Etat sofort zu streichen. Nach heftiger Kritik der anderen Fraktionen vollzogen Fraktionschef Jürgen Gärtner und Klaus Dirks am Dienstag im Hauptausschuss jedoch eine Kurskorrektur. Mit dem Resultat, dass die Awo das Geld noch einmal bekommt.

 Der Ortsverein der Arbeiterwohlfahrt darf sich zwar darüber freuen. Die Organisation muss aber damit rechnen, dass es mit der jährlichen Pauschalzuwendung bald ein Ende hat. Bürgermeister Hubert Erichlandwehr (CDU): „Man muss nachdenken, ob das Geld noch an der richtigen Stelle ist. Die Awo bekommt Mittel für eine Arbeit, für die andere nichts bekommen.“ Für 2012 müsse man ihr aber noch Planungssicherheit zugestehen.

Auslöser des Konflikts um die 5000 Euro war ein Vorstoß der CDU am Montag im Fachausschuss für Demografie und Soziales. Dort hatten Dr. Siegfried Kosubek und Astrid Antpöhler (beide CDU) darauf gedrängt, die Pauschale umgehend zu streichen. Schließlich sei das Geld einst für soziale Brennpunktarbeit bewilligt worden, meinte Astrid Antpöhler. Das mache die Awo aber längst nicht mehr. Sie setze die Mittel vielmehr für Seniorenarbeit ein. Dr. Siegfried Kosubek unterstützte diese Auffassung. Man habe die Pauschale viele Jahre so laufen lassen. Nun aber müsse Schluss damit sein.

Ein Vorpreschen, mit dem niemand gerechnet hatte. Bruno Reinke und Matthias Altemeier (Grüne) warfen der CDU ein abgekartetes Spiel vor: „Ein Unding, was Sie da machen.“ Es sei bislang gute Sitte, die Wohlfahrtsverbände anzuhören. Matthias Altemeier: „Ich wundere mich über die CDU.“ Man reiße älteren Leuten einfach den Boden unter den Füßen weg. Auch SPD-Fraktionschef Jochen Gürtler war alles andere als begeistert: „Das kommt jetzt relativ plötzlich.“ Es sei wenig glücklich, der Awo das Geld überraschend wegzunehmen und es in den allgemeinen Topf stellen zu wollen.

Nach der Aufregung im Fachausschuss für Demografie und der Kurskorrektur am Tag darauf fährt das Schiff mittlerweile wieder im ruhigen Fahrwasser. Sieger ist auch die Diplomatie. Klaus Dirks (CDU) über die forsche Initiative seiner beiden Parteikollegen: „Das ist wohl nicht optimal gelaufen.“

SOCIAL BOOKMARKS