Freizeitangebot für Hörgeschädigte
Über eine mögliche Urlaubswoche in der Evangelischen Freizeitstätte Haus Wolfgang auf Spiekeroog haben sich hörgeschädigte Menschen aus dem Kreis und Vertreter des Netzwerks Hörgeschädigte am Mittwochabend ausgetauscht.

 „Das war und ist Inklusion pur“, erklärt Ursula Rutschkowski vom Hörgeschädigten-Netzwerk beim Blick zurück auf eine der Fahrten, die der Gütersloher Verein seit Jahrzehnten anbietet. In diesem Jahr hat daran eine junge Frau mit ihrem Kind teilgenommen, beide hörgeschädigt. „Wir haben der Mutter, die anfangs große Bedenken hatte, gut zugeredet, und sie ist dann auch mitgefahren“, berichtet Diplom-Soziologin Renate Kortemeier, die über ihre Arbeit als Familientherapeutin bei der Diakonie engen Kontakt zu Gehörlosen hatte und das Netzwerk im Kreis mit ins Leben gerufen hat.

Verständigung mit Händen und Füßen

Und das Ergebnis dieser Reise? „Die Fahrt war für alle ein Erlebnis“, sagt Ursula Rutschkowski – „für die hörgeschädigte Mutter mit ihrem Kind ebenso wie für die übrigen Teilnehmer“. Das Programm sei wie immer und nicht speziell auf die Hörgeschädigten zugeschnitten gewesen. „Die Gruppe hat viel Zeit miteinander verbracht. Es war für alle ein Erlebnis. Die nonverbale Kommunikation hat funktioniert. Man hat sich mit Händen und Füßen verständigt“, so die Opferschutzbeauftragte der Polizei.

Eine Woche in Haus Wolfgang auf Spiekeroog

Auf diese Erfahrung aufbauend, will das Netzwerk nun auch andere Hörgeschädigte ermutigen, ihre eigene Welt zu verlassen und sich in die Welt der Hörenden begeben – speziell bei einem Freizeitangebot von Haus Wolfgang. Knapp 30 Touren zu seiner evangelischen Freizeitstätte auf Spiekeroog hat der Verein jährlich im Programm, berichtet Geschäftsführer Andreas Flöttmann. Eine entsprechende Stiftung sorgt nicht nur mit für die Unterhaltung des Hauses, sondern unterstützt auch bedürftige Menschen bei einem Aufenthalt.

Inklusion pur

Das Freizeitangebot sei zu bestimmten Jahreszeiten günstig und umfasse eine Rundumversorgung, was es für hörgeschädigte Menschen sicherlich besonders attraktiv mache. Der Geschäftsführer verweist auf die gemeinsame Abfahrt der Gruppe in Gütersloh, die Reiseleitung während der ganzen Tour, auf Vollverpflegung und ein Freizeitprogramm. Zudem liege das Haus direkt am Strand und verfüge über einen eigenen Kiosk. Alles Informationen, die etwa ein Dutzend Hörgeschädigte am Donnerstag interessiert aufnahm. Das Netzwerk hofft, dass sich viele von ihnen auf den Weg machen.

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