Frühjahrsbelebung im Kreis hält an
Bild: Neitemeier
Die Arbeitslosigkeit im Kreis Gütersloh ist auch im Mai weiter zurückgegangen.
Bild: Neitemeier

Langsam nähert sie sich dem langjährigen Tiefpunkt von 4,2 Prozent von November 2008. Die gute wirtschaftliche Entwicklung im Kreis zeigt sich nach Angaben von Thomas Richter, dem Chef der Agentur für Arbeit in Bielefeld, unter anderem im Stellenbestand. Gegenüber dem Vorjahr habe es fast 65 Prozent mehr Jobangebote gegeben. Ein Wert, der deutlich über den 33,2 Prozent liegt, die für den gesamten Agenturbezirk (Kreis Gütersloh und Bielefeld) gelten.

Dagegen ist die Arbeitslosigkeit in der Leineweberstadt in den vergangenen vier Wochen mit einem Minus von 0,3 Punkten stärker als im Kreis Gütersloh gesunken. Die Quote von 9,5 Prozent ist gleichwohl weiter doppelt so hoch wie zwischen Borgholzhausen und Langenberg.

Agenturweit wurde mit 6,9 Prozent (minus 0,3 Punkte) erstmals seit Dezember 2008 wieder die Sieben-Prozent-Marke unterschritten. Für eine gute und stabile Lage spricht laut Richter auch die Tatsache, dass sich immer weniger Menschen aus einem Job heraus arbeitslos melden müssten. Rechnet man zu den offiziellen Arbeitslosen auch jene Menschen hinzu, die Kurse oder andere Maßnahmen absolvieren, haben derzeit im Agenturbezirk 33 762 Männer und Frauen keine Beschäftigung. Die Quote sank von 9,9 auf 9,6 Prozent.

Jugendliche als Gewinner im Mai

Gewinner auf dem Arbeitsmarkt im Mai waren nach Darstellung von Thomas Richter die Jugendlichen. Die unter 25-Jährigen hätten mit sechs Prozent nicht nur die niedrigste Arbeitslosenquote aller Personengruppen, sondern bei ihnen sei im Vormonats- und Vorjahresvergleich auch das Minus am stärksten gewesen. Richter: „Mehr als ein Viertel weniger arbeitslose junge Menschen in einem Jahr ist eine Erfolgsgeschichte.“ Sie zeige, wie wichtig es Firmen derzeit sei, schon jetzt ihren Fachkräftebedarf für die Zukunft zu decken.

Dies vor Augen, ruft Richter alle Firmen auf, sich „noch einmal auf dem Ausbildungsmarkt umzusehen“. Immerhin gebe es bei aktuell 1299 offenen Lehrstellen auch noch 2079 unversorgte Bewerber. Die Jugendlichen brächten in der Regel das notwendige Rüstzeug und eine gute Qualifikation mit. „Bis auf 50 haben alle einen schulischen Abschluss in der Tasche“, so der Arbeitsagenturchef.

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