Fünf Jahre Haft für 20-Jährigen
Die dritte Strafkammer am Landgericht Bielefeld hat einen 20-jährigen Rheda-Wiedenbrücker am Donnerstag wegen schwerer räuberischer Erpressung zu fünf Jahren Haft verurteilt.

Verurteilt wurde der Rheda-Wiedenbrücker wegen schwerer räuberischer Erpressung. Er soll die Strafe zunächst im Maßregelvollzug verbüßen. Für den jungen Mann, der als Schüler zwischen Dezember 2015 und Februar 2016 an Überfällen auf sechs Tankstellen – unter anderem in Rheda-Wiedenbrück, Herzebrock-Clarholz und Bielefeld – und eine Bäckerei in Herzebrock-Clarholz sowie an zwei Einbrüchen beteiligt war, ordnete das Gericht die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an.

Rheda-Wiedenbrücker kommt in den Maßregelvollzug

Genau das hatte seine Anwältin Christina Peterhanwahr dem Gericht empfohlen. Sie wies darauf hin, dass der Schüler bei einem Wohnungseinbruch in Herzebrock-Clarholz beim Sprung von einem Balkon gestürzt sei und sich zwei Rückenwirbel gebrochen habe. Seine Komplizen hätten ihn unbemerkt von der Polizei ins Krankenhaus gebracht.

Nach diesem Sturz, der ihn monatelang nicht habe aufstehen lassen, habe er zwar seinen Drogenkonsum eingestellt, doch leide er bis heute an einer schweren Psychose, die sich in akustischen Halluzinationen widerspiegele. Ihr Mandant sei von seinem älteren Kumpan und dessen sicherem Auftreten so beeindruckt gewesen, „dass er sich hinreißen ließ und mitgemacht hat“, sagte die Verteidigerin.

„Stets alle Anweisungen ausgeführt“

Er habe bei den gemeinschaftlich begangenen Straftaten – in einem Fall mit einem gesondert verfolgten dritten Beteiligten – stets „alle Anweisungen ausgeführt“. Peterhanwahr hofft, dass der 20-Jährige nach der Therapie „ein normales, geordnetes Leben führen kann“. Falls der Maßregelvollzug erfolgreich abgeschlossen wird, soll die Verbüßung einer Reststrafe zur Bewährung ausgesetzt werden.

Zweites Urteil am 25. Oktober

Das Verfahren wurde gestern abgetrennt, weil der 22 Jahre alte mitangeklagte Herzebrock-Clarholzer in einem anderen Ermittlungsverfahren möglicherweise als Zeuge zur Aufklärung beitragen könnte, nachdem er in der Haftanstalt über Zellenkumpane wichtigen Aussagen erhalten hat. Letztere könnten, so wurde am Rande der Verhandlung am Donnerstag bekannt, dazu führen, dass seine Verurteilung wegen besonders schwerer räuberischer Erpressung für ihn günstiger ausfällt als bisher zu erwarten. Das Urteil soll am 25. Oktober gesprochen werden.

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