Geflügelgrippe: Auflagen verlängert
In allen Kommunen, in denen zum Schutz vor der Ausbreitung der Geflügelgrippe ein Transportverbot besteht, werden in größeren Geflügelbetrieben jetzt vorsorglich Proben gezogen.

Von Entwarnung könne gleichwohl keine Rede sein. Man warte noch auf die Ergebnisse vieler weiterer Analysen aus dem Chemischen Veterinäruntersuchungsamt in Detmold.

Um angesichts der nach wie vor unübersichtlichen Seuchenlage ausschließen zu können, dass Erreger der Geflügelgrippe in weitere Betriebe gelangen, hat der Kreis am Dienstagabend das seit Anfang der Woche geltende Transportverbot und Aufstallungsgebot („Stand-Still“) bis Freitag, 24 Uhr, verlängert.

Noch keine Entwarnung

Davon betroffen sind die Kommunen Langenberg, Rheda-Wiedenbrück, Rietberg, Verl und Schloß Holte-Stukenbrock sowie Hövelhof und Delbrück im Nachbarkreis Paderborn. Zudem sind in Lintel und in Westerwiehe (großflächige) Sperrbezirke eingerichtet worden. Einer Mitteilung zufolge sieht der Kreis den ersten Fund in Bokel nämlich nicht als Einzelfall an, sondern „wertet die Ausbrüche in Rheda-Wiedenbrück und Rietberg als Hinweis auf die Ausbreitung der Geflügelgrippe“.

Mit Unterstützung von Veterinären aus den Kreisen Minden-Lübbecke, Höxter, Herford, Lippe, Wesel und Kleve weitet der Kreis die Untersuchungen über den Ein-Kilometer-Radius um die betroffenen Betriebe auf die „Stand-Still“-Kommunen aus. „Wir werden in allen größeren Betrieben Proben nehmen“, so Balsliemke. Das seien im Einzelfall bis zu 60 Tupferproben, was angesichts umfangreicher Vorsichtsmaßnahmen viel Zeit koste.

Transportverbot und Sperrbezirke

In den genannten Kommunen darf bis Freitag, 24 Uhr, kein Geflügel transportiert werden. Ausgenommen sind Fahrten zum Schlachthof, die Versendung von Eintagsküken sowie der Durchgangsverkehr auf Autobahnen und Fernstraßen. Über Ausnahmemöglichkeiten kann man sich im Internet informieren. Zusätzlich zum Transportverbot gilt das Aufstallungsgebot. Das heißt: Jeder Geflügelhalter muss seine Tiere in geschlossenen Ställen unterbringen oder unter einer dichten Abdeckung halten.

In den Ein-Kilometer-Sperrbezirken rund um die betroffenen Höfe in Lintel und Rietberg gelten außer dem Aufstallungsgebot auch verschärfte hygienische Anforderungen. So dürfen beispielsweise weder Eier noch Eintagsküken, weder Gülle noch Einstreu transportiert werden. Ferner muss jeder Geflügelhalter dem Kreis seinen Bestand melden. Wer gegen das Tierseuchengesetz verstoße, verliere seinen Entschädigungsanspruch, so der Kreis.

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