Gemeinden sagen Landrat Unterstützung zu
Symbolfoto: Pixabay
Mit einzelnen Glaubensgruppen, die sich nicht an die Coronaschutzregeln halten, wollen Religionsgemeinschaften aus dem Kreis Gütersloh nicht über einen Kamm geschert werden.
Symbolfoto: Pixabay

Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU) hatte Vertreter der Religionsgemeinschaften zum Gespräch über die Ausübung des Glaubens in Zeiten von Corona eingeladen. Mehr als 20 Vertreter folgten dem Aufruf. Gemeinschaften, die man besonders gern erreicht hätte, hätten die Einladung ausgeschlagen, heißt es in der Mitteilung. 

Ausbruchcluster, weil Regeln nicht eingehalten werden

Vertreter der beiden großen Kirchen seien nicht zum Treffen eingeladen gewesen. Adenauer zeigte im Gespräch das grundsätzliche Problem auf: Prinzipiell sei fast alles zulässig, was an Religionsausübung geschehe. Die genieße einen grundgesetzlichen Schutz. Aber immer wieder käme es in einzelnen Religionsgemeinschaften zu Ausbruchsclustern, weil zu viele Personen zusammen kämen, Abstände nicht eingehalten und sonstige Regeln missachtet würden. 

Adenauer warnte davor, dass sich gesellschaftlich eine negative Stimmung aufbaue. „Es darf nicht zur Spaltung in der Gesellschaft kommen oder gar zur Stigmatisierung. Da müssen auch Sie Ihren Beitrag leisten“, so der Landrat. 

Gemeinden wünschen Differenzierung

Die Vertreter der Gemeinden sprachen sich dafür aus, dass man differenzieren müsse zwischen denen, die sich an die Regeln hielten, und jenen, die es nicht täten. Sie fühlten sich selbst zu einem großen Teil in ein falsches Licht gerückt und beklagten mediale Stigmatisierung. Bei aller Kritik solle nicht pauschalisiert werden. So wenig, wie „die Politiker“ alle in der Pandemie versagen würden, so wenig könne man davon sprechen, dass „die Religionsgemeinschaften“ sich alle nicht an die Regeln hielten. 

Landrat bittet um Kooperation mit Gesundheitsamt

Adenauer forderte eindringlich dazu auf, im Fall von Infektionen unter Gemeindemitgliedern mit dem Gesundheitsamt zu kooperieren. Nur wenn man die Kontaktdaten erfasse und im Ausbruchsfall auch offenlege, könne man Infektionsketten wirksam durchbrechen. Grundsätzlich müsse die Zahl der Veranstaltungen auf ein Mindestmaß reduziert und sich noch konsequenter an die Hygienekonzepte gehalten werden. 

„Man darf nicht alle über einen Kamm scheren“

Innerhalb der Diskussionsrunde sei eingeräumt worden, dass auch Fehler passiert seien, schreibt der Kreis. Es sei Besserung gelobt worden. „Man darf nicht alle über einen Kamm scheren, sondern muss differenziert betrachten, wie im Einzelfall die Religion ausgeübt wird“, fasst Adenauer in Abstimmung mit den Beteiligten das Ergebnis des Gesprächs zusammen. 

Einsatz für Einhalten von Hygienekonzepten

Es seien einzelne Gemeinden, die sich nicht an die in der Pandemie notwendigen Regeln hielten. Dadurch nähmen die anderen Schaden. Die Teilnehmer der Videokonferenz sagten dem Landrat ihre Kooperation in der Pandemie zu: Sie wollen sich weiter dafür einsetzen, dass die Hygienekonzepte genau eingehalten werden.

SOCIAL BOOKMARKS