Gespräche nach dem Kater sollen vorbeugen
Bild: Hoheisel
Wollen Jugendlichen Halt geben: (v. l.) Volker Brüggenjürgen (Caritas), Peter Köching (Caritas), Dr. Gero Massenkeil (Städtisches Klinikum Gütersloh), Dr. Hildegard Hasler (St.-Elisabeth-Hospital Gütersloh), Doris Schlüter (Koordinatorin für Sucht und Psychiatrie des Kreises) und Dr. Reinhard Michels (stellvertretender Abteilungsleiter Gesundheit des Kreises).
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Dabei handelt es sich um eine neue Institution vom Kreis Gütersloh, Caritas und vier regionalen Krankenhäusern. Als Konsequenz aus den stetig steigenden Zahlen von alkoholtrinkenden Jugendlichen, die im Vollrausch in Kliniken eingeliefert werden, haben Kreis, Sucht- und Drogenhilfe der Caritas sowie das Städtische Klinikum Gütersloh, das St.-Elisabeth-Hospital Gütersloh, das St.-Vinzenz-Hospital Wiedenbrück und das Klinikum Halle diese präventive Maßnahme ins Leben gerufen. Im Rahmen des überregionalen Projekts „Hart am Limit – Halt“ wird nun jedem Jugendlichen, der aufgrund einer Alkoholvergiftung in eines der beteiligten Krankenhäuser eingeliefert wird, sowie dessen Eltern ein „Katergespräch“ mit einem Suchtexperten der Caritas angeboten.

„Es geht nicht darum, die moralische Keule zu schwingen“

Die Betonung liegt auf Angebot. „Es geht nicht darum, die moralische Keule zu schwingen“, sagt Peter Köching. „Es geht darum, dass wir Jugendliche und auch Eltern einladen, zu reflektieren. Aus solch einer schlechten Erfahrung soll sich Kompetenz entwickeln.“ Der Kreis, die Caritas und die Verantwortlichen der vier Krankenhäuser, die den Anstieg von jungen Menschen, die sich mit Schnaps, Bier und Co. in einen komatösen Zustand trinken, miterleben, wollen mit der Beteiligung an „Halt“ und dem Startschuss der „Katergespräche“ ein Zeichen setzen. „Viele von diesen Jugendlichen sehen wir ja oft irgendwann wieder“, sagt Dr. Gero Massenkeil, Chefarzt des Städtischen Klinikums Gütersloh. „Man muss deshalb versuchen, Kinder und Eltern miteinander ins Gespräch zu bringen.“

Situationen oft schambesetzt

Häufig seien die Situationen, wenn Eltern ihre betrunkenen oder gerade ausnüchternden Kinder aus einer Klinik abholen, sehr „schambesetzt und hochpeinlich“, wie es Volker Brüggenjürgen, Vorstandsmitglied des Caritasverbands Gütersloh, nennt. „Dann gibt es meistens schwere Vorwürfe“, sagt Brüggenjürgen. Ein „Katergespräch“ soll solche Konstellationen auf eine andere, eine sinnvollere Ebene heben – auf die der Vorbeugung.

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