Gestärkte Agentur will mehr Effektivität
Die Führungskräfte in der gestärkten Arbeitsagentur in Gütersloh setzen auf größere Kundennähe und mehr Effektivität: (v. l.) Ina Bolte (Berufsberatung/U 25), Marc Traphöner (arbeitnehmerorientierte Vermittlung), Marc Esselmann (Rehabilitation, Schwerbehinderung) und Leiterin Heike Zarling. Die Zweigstelle Gütersloh ist nun für alle Kreis-Kommunen zuständig. Proteste erwarten die Verantwortlichen nicht, da sie teilweise längere Fahrzeiten für zumutbar halten.

Damit wird auch zwischen Borgholzhausen und Langenberg die bundesweite Anpassung der Agentur- an die politischen Grenzen nachvollzogen. Empfänger von Arbeitslosengeld I, Arbeitssuchende und Arbeitgeber aus Schloß Holte-Stukenbrock, Borgholzhausen, Halle, Steinhagen und Werther finden ihre Ansprechpartner nicht mehr in Bielefeld, sondern in Gütersloh.

Künftig 72 statt 60 Mitarbeiter

Selbst aktiv werden müssen die Betroffenen deswegen nicht, sagt Heike Zarling, die Leiterin in Gütersloh. „Wir haben alle angeschrieben und über die Neuerungen sowie den Weg zu uns informiert.“ Auch wenn das Gütersloher Haus rechtlich weiter eine Filiale von Bielefeld ist, praktisch bekommt der Kreis nun eine eigene Arbeitsagentur.

Die Aufwertung ist auch an der Zahl der Beschäftigten abzulesen. Sie steigt durch bisher in Bielefeld tätige Mitarbeiter von 60 auf 72. Allesamt betreuen sie künftig 3800 Arbeitssuchende und Arbeitslosengeld-I-Bezieher (plus 1400) sowie 15 000 Betriebe (plus 6700). „Wir verbessern unser Dienstleistungsangebot, optimieren die kreisbezogene Arbeitslosenstatistik und können mit unseren Netzwerkpartnern effektiver zusammenarbeiten“, begründet Bielefelds Agenturchef Thomas Richter die auch mit der kommunalen Seite abgestimmte neue Struktur.

Kleine und mittlere Unternehmen unterstützen

Kaum Veränderungen gibt es bei der weiter in der Nebenstelle Bismarckstraße 24 in Gütersloh ansässigen Berufsberatung, denn sie findet zumeist in den Schulen statt. Allerdings sind alle Jugendlichen, die eine Ausbildungsstelle suchen, aufgerufen, sich früh bei der Agentur zu melden. Nahezu alles beim Alten bleibt auch im Bereich Schwerbehinderung und Rehabilitation, denn die dort tätigen Mitarbeiter haben auch bisher schon den Kreis abgedeckt.

Der Arbeitgeberservice soll dagegen auch durch direkte Besuche intensiviert werden. Jedem Betrieb wird ein Ansprechpartner zugeordnet, der sich um Fragen der Ausbildung und um die Vermittlung von Arbeitskräften kümmert. Insbesondere will die Agentur kleinere und mittlere Unternehmen unterstützen. Im Bereich der arbeitnehmerorientierten Vermittlung wird es künftig auch Ansprechpartner für bestimmte Gruppen geben, zum Beispiel für ungelernte Jugendliche oder Menschen über 58 Jahre.

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