Gewerkschaft fordert Verbindlichkeit
Foto: Bitter
Auf die nächsten Tarifverhandlungen im Metall- und Elektrogewerbe bereitet sich die IG Metall Gütersloh-Oelde vor. Das Foto zeigt (v. l.) David Monjau, Nicole Nüßemeier, den Ersten Bevollmächtigten Thomas Wamsler und Martin Sindermann.
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 „Mit Abstand und Maske, aber mit Fantasie und Kreativität“ will der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Gütersloh-Oelde, Thomas Wamsler, für die Forderungen der Arbeitnehmer streiten.

„Umso deutlicher gemeinsam in der Sache“

„Wenn schon nicht gemeinsam vor Ort, dann umso deutlicher gemeinsam in der Sache“, ergänzt Gewerkschaftssekretär David Monjau. Seine Kollegin Nicole Nüßemeier stellt sich Arbeitnehmer vor, die Schilder mit Forderungen vor sich tragen, sich fotografieren und die Bilddateien ins Netz stellen. Video-Aktionen kommen hinzu.

Wamsler schildert am Mittwoch bei einem Pressetermin im IG-Metall-Haus in Rheda die für ihn nicht akzeptable Situation eines Dreimal-Null-Angebots der Arbeitgeberseite. Keine Lohnerhöhung 2021, eine Einmalzahlung im ersten Halbjahr 2022, mehr auf dem Gehaltskonto erst in der zweiten Hälfte von 2022.

Kritik: Arbeitgeber geht nicht auf Forderung nach Beschäftigungssicherung ein

Besonders kritisiert er, dass die Arbeitgeberseite auf die Forderung nach einer Beschäftigungssicherung nicht eingehe, sobald es konkret werde. Außerdem vermisst er Verbindlichkeit bei den Zukunftssicherungsverträgen für Unternehmen, die nicht florieren. Es sei längst erwiesen, dass Arbeitszeitverkürzungen Arbeitsplätze sicherten. Denn im Grunde sei Kurzarbeit nichts anderes.

Firmen mit Rekordumsätzen

Der Gewerkschafter teilt die Betriebe im westlichen Münsterland und im Kreis Gütersloh (ohne Altkreis Halle) in verschiedene Gruppen. Da gebe es zunächst diejenigen mit Rekordumsätzen und solche, die unter Corona zu leiden hätten, aber nicht im Metallbereich zu finden seien. Und dann gebe es Firmen, die schon vor der Pandemie Arbeitsplatzabbau angekündigt hätten. Alle Beschäftigten, die unter erschwerten Bedingungen gearbeitet hätten, um die Absätze der Unternehmen zu sichern, wollten nun ihre Beteiligung. Da helfe keine Corona-Prämie. Schließlich sei das gute Kaufverhalten der Bevölkerung nur auf die Verlässlichkeit der Einkommen zurückzuführen.

Übernahme von Azubis wichtiger Bestandteil der Verhandlungen

Für die Gewerkschaftssekretärin Jana Ramme ist die Übernahme der Auszubildenden wichtiger Bestandteil der Tarifverhandlungen. Ein Jahr genüge nicht, meint sie. In diesem Zusammenhang verlangt sie eine tarifliche Absicherung der dual Studierenden, für die es zurzeit keine guten rechtlichen Standards gebe. Wichtigste Voraussetzung der Kampagne ist für Wamsler: „Wir müssen unsere Forderungen in die Betriebe tragen, damit die Arbeitgeber Druck verspüren und merken, dass wir es ernst meinen.“

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