Gewerkschafter verurteilen Rassismus
Bild: Bitter
Fahnen und Sonnenschirme der Gewerkschaften prägten das Bild am Sonntag bei der zentralen Maikundgebung auf dem Dreiecksplatz in der Gütersloher Innenstadt.
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4,5 Prozent Lohnplus auf zwei Jahre wurden vereinbart und Henning Schulz empfahl den Kontrahenten in der Metall- und Elektroindustrie, sich ein Beispiel daran zu nehmen. Schulz: „Die Streikwochen im vergangenen Sommer waren aus Sicht der Stadtverwaltung zermürbend.“

Die Erste Bevollmächtigte der Industriegewerkschaft (IG) Metall Gütersloh-Oelde, Beate Kautzmann, sieht die Lage für 3,8 Millionen Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie düster. „Wir fordern lediglich fünf Prozent mehr Entgelt. Die Arbeitgeber bieten den Witz von 0,9 Prozent an. Das ist eine Missachtung der Arbeitsleistung und gesamtwirtschaftliche Unvernunft“, ruft sie aus. Den Geschäftsführern, die sich mit der IG Metall nicht einmal an einen Tisch setzen wollen, redet Kautzmann ins Gewissen: „Stellen Sie sich dem Wettbewerb durch Innovationen und nicht über schlechter bezahlte Arbeitskräfte.“

Der DGB-Kreisvorsitzende Hans-Werner Heißmann-Gladow wehrt sich gegen eine Missachtung des Potenzials der Belegschaft nach Gutsherrenart und schließt das Freihandelsabkommen TTIP (Transatlantic Trade and Investment Partnership) mit ein: „Wir brauchen kein Abkommen. Amerikanische Unternehmer wollen keine Stärkung von Arbeitnehmerrechten.“ Heißmann-Gladow begrüßte die Landtagsabgeordneten Wibke Brems (Grüne) und Hans Feuß (SPD), die Harsewinkeler Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dopheide (UWG), ihren Gütersloher Kollegen Henning Schulz (CDU) sowie dessen Vorgängerin Maria Unger (SPD). Unter den Besuchern waren auch die früheren IG-Metall-Bevollmächtigten Kaus Brandner und Bernd Marx.

Im Zusammenhang mit dem Motto „Mehr Zeit für Solidarität“ erklärt der DGB-Vorsitzende: „Rassismus und Fremdenfeindlichkeit sind mit unseren Zielen unvereinbar.“ Beate Kautzmann: „Ich lehne eine Obergrenze für Flüchtlinge ab. Wer eine solche fordert, dokumentiert, dass er aus der deutschen Geschichte nichts gelernt hat. Wir haben Regeln: das Grundrecht auf Asyl, die Genfer Flüchtlings- und die Europäische Menschenrechtskonvention. Man kann doch nicht ernsthaft die Meinung vertreten, Deutschland könne nur 200 000 Menschen pro Jahr aufnehmen.“

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