Gütersloh-Studie mit Robert-Koch-Institut
Foto: Ackfeld
Testungen nach dem Corona-Ausbruch bei Tönnies: Die Ergebnisse der Probenentnahmen sollen in eine Studie einfließen, die es ermöglicht, eine Einschätzung der Infektionsketten und des Infektionsursprungs vorzunehmen.
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Beteiligt sind auch die Kreise Gütersloh, das Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen und das Robert-Koch-Institut. Die Koordinierung der Gütersloh-Studie, die mit Mitteln des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW gefördert wird, übernimmt Professor Dr. Carsten Tiemann (Labor Krone) für das Forschungskonsortium. Beteiligt sind auch Wissenschaftler und Experten der Universitätskliniken Bonn und Düsseldorf sowie Dr. Anne Bunte, Leiterin des Gesundheitsamts des Kreises Gütersloh für den öffentlichen Gesundheitsdienst.

Tönnies-Proben werden herangezogen

Hintergrund für die Studie ist laut Mitteilung des Kreises Gütersloh, dass beim Corona-Ausbruch bei der Firma Tönnies Mitte Juni zunächst rund 1000 Mitarbeiter untersucht wurden. In mehr als 700 Proben wurde dabei das Corona-Virus mittels molekularer Verfahren nachgewiesen. Bei den nachfolgenden Untersuchungen in den übrigen Betriebsbereichen stieg die Zahl der Infizierten auf über 1400 von mehr als 6100 Mitarbeitern an.

Systematische Auswertung der Daten

Die Proben dieses Ausbruchs wurden im Labor Krone archiviert, um für eine folgende Untersuchung nutzbar zu bleiben. Die Kompetenzbereiche des Forschungsteams umfassen die molekulare Diagnostik, technische Ausstattung und Expertise im Bereich der Virusgenom-Analytik sowie der systematischen Auswertung der Daten. Im Rahmen der Studie soll aus bis zu 2000 positiven Proben unter anderem eine Virusgenom-Sequenzierung durchgeführt werden.

Erste Ergebnisse für September erwartet

Die Bestimmung der individuellen Genomsequenzen ermögliche eine Charakterisierung der Viruspopulationen innerhalb des Ausbruchsgeschehens und soll eine Einschätzung der Infektionsketten und des Infektionsursprungs liefern, erläutert der Kreis. Diese Informationen dienen als Grundlage einer rückblickenden Analyse des Ausbruchgeschehens. So könnten im Sinne des Infektionsschutzes und der Gesundheitsvorsorge Präventivmaßnahmen entwickelt werden. Dazu müssten eine ausreichende Zahl untersuchter Proben sowie epidemiologische Erkenntnisse in diese Auswertungen einfließen. Erste Resultate werden im September erwartet. Die Gesamtlaufzeit der Studie ist zunächst auf sechs Monate ausgerichtet.

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