Gute Ernte und gestiegene Kosten
Über höhere Getreidepreise haben sich im zu Ende gehenden Jahr die Ackerbaubetriebe gefreut, während die Tiermäster mit entsprechend gestiegenen Futterkosten zu kämpfen hatten.

„Diese Entwicklung wird auch im laufenden Wirtschaftsjahr anhalten“, prognostiziert der Vorsitzende. Gerade zu Beginn des Jahres 2012 haben Weßling zufolge viele Landwirte ackerbaulich heftige Einbußen verzeichnet. Ein plötzlicher Temperatursturz Anfang Februar habe vielen Gersten- und Weizenflächen massiv geschadet.

Schäden nachWetterkapriolen

„Im Landesschnitt war Ostwestfalen-Lippe weit überdurchschnittlich betroffen. Im Kreis Gütersloh waren die Schäden allerdings nicht ganz so extrem“, berichtet der Vorsitzende. Doch das Saatgut sei teilweise knapp und teuer geworden. Arbeits- und Energieaufwand hätten sich zudem verdoppelt.

Bedingt durch die knappe Versorgung auf den internationalen Märkten hätten die Getreidepreise angezogen, was die Ackerbauern freue. „Insbesondere die Dürre in den USA und Überschwemmungen in Teilen Russlands haben die Mengen auf dem Weltmarkt schrumpfen lassen“, so der Vorsitzende.

Des einen Freud ist aber des anderen Leid: „Die gestiegenen Getreidepreise führen zu höheren Futterkosten. Für viele Schweine- und Rinderhalter ist dies eine bittere Pille“, betont der Vorsitzende. Besonders hart treffe es die Sauenhalter. Sie schrieben seit Jahren keine oder nur geringe Gewinne und benötigten dringend eine langfristige Perspektive.

Klage über zunehmende Auflagen

Außer den aktuellen Marktentwicklungen bereiten Weßling zufolge die gesellschaftlichen Diskussionen und die Entwicklungen in der Politik den Bauern zunehmend große Sorgen. „Die Landwirte werden derzeit von steigenden Auflagen beispielsweise in den Bereichen Stallbau, Tierhaltung und Arzneimitteleinsatz geradezu überrollt“, kritisiert der Vorsitzende. „Zudem wird leider in weiten Teilen der Öffentlichkeit die Tierschutzdebatte häufig nicht mit Fachargumenten geführt.“ Das alles verunsichere die Tierhalter stark. Allerdings könnten gerade kleinere und mittlere Betriebe häufig die Kosten für die höheren Anforderungen nicht tragen. Vielfach sähen sie keine andere Chance als den Ausstieg aus der Landwirtschaft. Die Politik fördere damit den Strukturwandel und leiste Größenordnungen Vorschub, die in der öffentlichen Kritik stünden und die auch keiner wolle.

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