Halle und Valmiera sind jetzt Partner
Partnerschaft besiegelt: Halles Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wesselmann und ihr Kollege Inesis Bokis aus Valmiera.

 „Europa ist modern geworden. Und es ist auch modern geworden, zusammenzuwohnen, ohne verheiratet zu sein“, sagte Valmieras Stadtoberhaupt Inesis Bokis zu Beginn der Feierstunde mit Blick auf seine Haller Kollegin Anne Rodenbrock-Wesselmann. „Dann kommt aber die Zeit, in der man offiziell Partnerschaft schließt.“

Die Unterschrift unter den Vertrag setzten die Bürgermeister während einer fünftägigen Delegationsreise mit Landrat Sven-Georg Adenauer an der Spitze. Von den 34 Teilnehmern waren allein zwölf aus Halle, darunter zahlreiche Vertreter der Ratsfraktionen. Das Bild von Ehe und Familie zog sich durch die ganze Feierstunde. Bürgermeisterin Rodenbrock-Wesselmann begrüßte die „Partnerschaftsfamilie“, Landrat Adenauer erklärte an seinen ehemaligen Landratskollegen Vitauts Stana gewandt: „Das ist unser Baby.“

Realschule knüpft Kontakte

Ausgeheckt habe man das Ende der wilden Ehe im vergangenen September, als die lettische Delegation in Halle gewesen sei, erklärte Rodenbrock-Wesselmann. Für sie sei es an der Zeit gewesen, dass die Partnerschaft offiziell besiegelt werde, denn es gebe schon wieder viele Anfragen auf deutscher Seite. „Auch unter den Mitreisenden sind viele an einer Zusammenarbeit interessiert.“ Sie spielte damit unter anderem auf die Realschule Halle an.

Deren Leiter Frank Spannuth und Lehrerin Simone Brigas waren mit von der Partie. Sie haben zusammen mit den Kollegen vom Gymnasium Pargauja eine mögliche Kooperation im Rahmen eines europäischen Comenius-Projekts abgeklopft. Diese von der EU geförderten Projekte sollen in erster Linie die Zusammenarbeit von Lehrern in Europa fördern. Mindestens drei Länder, die keine gemeinsame Grenze haben, arbeiten dabei über zwei Jahre zusammen.

Hoffen auf weitere Verbindungen

„Die Schüler erhalten dann einen Arbeitsauftrag, Bedingung ist ein Europabezug. Das können ganz alltägliche Dinge sein wie das unterschiedliche Essverhalten in den Ländern oder das Taschengeld. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Die Schüler können zum Beispiel eine Umfrage machen oder einen Film drehen“, erklärte Simone Brigas.

Landrat Sven-Georg Adenauer hofft, dass dieser ersten offiziellen Partnerschaft zwischen zwei Kommunen aus dem ehemaligen Kreis Valmiera und dem Kreis Gütersloh weitere folgen. Kandidaten wären Steinhagen und Rujiena sowie Harsewinkel und Mazsalaca, die zwar bereits Freundschaften, aber eben keine offiziellen Partnerschaften geschlossen haben.

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