Hartes Ringen um Flughafen-Beteiligung
Was ist der Flughafen Paderborn-Lippstadt dem Kreis Gütersloh wert? Mit dieser Frage beschäftigt sich am Montag der Kreisausschuss in seiner Sitzung ab 15 Uhr im Kreishaus Gütersloh.

Noch ist eine Debatte hinter verschlossenen Türen geplant (15 Uhr, Kreishaus Gütersloh). Die SPD hat am Freitag aber eine öffentliche Beratung beantragt.

Wie berichtet, hat der Flughafen viele Jahre seine Investitionen aus Abschreibungen und Überschüssen finanziert. 2009 fuhr der Airport aber ein Minus von rund 1,5 Millionen Euro ein, 2010 belief sich der Verlust auf etwa 400 000 Euro. In diesem Jahr dürfte es noch mehr sein. Um den Flughafen auch mit Blick auf die künftige Konkurrenz in Kassel-Calden zukunftsfähig zu machen, sollen bis 2016 rund 21,4 Millionen Euro investiert werden. 10,8 Millionen Euro sollen die Gesellschafter tragen.

Investitionen hinterfragen

Für den Kreis Gütersloh, der mit 7,84 Prozent an dem Flughafen beteiligt ist, bedeutet das eine Kapitalaufstockung um 375 000 Euro auf 784 000 Euro. Zudem soll die bisher auf vier Prozent (maximal 10 2000 Euro pro Jahr) begrenzte Verlustabdeckung analog zur Beteiligungsquote verdoppelt werden. In der Konsequenz stünde der Kreis dann für 120 000 Euro des kalkulierten Jahresdefizits von 1,5 Millionen Euro gerade.

Doch für dieses Gesamtpaket zeichnet sich nach Informationen der „Glocke“ im Kreis Gütersloh noch keine Mehrheit ab. Landrat Sven-Georg Adenauer und alle Parteien beharren auf den bisherigen Gütersloher Sonderkonditionen, bezweifeln die infrastrukturelle Bedeutung des Flughafens generell aber nicht. Sie hinterfragen insbesondere die Notwendigkeit aller geplanten Investitionen.

Verlustabdeckung nicht unbegrenzt

Schon im Juli war das Thema hinter verschlossenen Türen kontrovers diskutiert worden. Der Kreis Paderborn, mit 56,38 Prozent Hauptanteilseigner, hat dem Finanzierungskonzept in dieser Woche zugestimmt – unter der Voraussetzung, dass alle Gesellschafter mitziehen. Das zu tun, hat auch der Detmolder Regionalrat gefordert. Abgesehen vom Gegenwind aus Gütersloh ist auch ungewiss, wie sich Bielefeld angesichts leerer Kassen verhält.

Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU) sagte der „Glocke“, man wolle als Kreis Gütersloh den Flughafen Paderborn nicht vor die Wand fahren. Es sei durchaus fair, entsprechend dem Gesellschaftsanteil auch für Verluste gerade zu stehen. „Das darf aber nicht ins Uferlose gehen, schließlich geben wir als Kreis das Geld unserer Kommunen aus.“

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