„Heimat ist kein Produkt, das man kaufen kann“
Bild: Neitemeier
Mit der historischen Vielfalt des Kreises punkten, wie sie auch im Heimatjahrbuch zum Ausdruck kommt, dazu rät Dr. Rolf Westheider, der Vorsitzende des Kreisheimatvereins Gütersloh.
Bild: Neitemeier

„Die Glocke“: Wie stehen Sie zu dem heimatlichen Wirbelsturm, der immer weiter um sich greift?

Westheider: Zunächst einmal ist es gut, dass Heimat derzeit auf vielfältige Weise thematisiert wird und als Begriff grundsätzlich mit einem positiven Image belegt ist. Aber der Hype greift meines Erachtens zu kurz. Heimat ist nämlich eben kein Produkt, das man in einem Supermarkt kaufen kann, sondern Heimat ist ein Gefühl, das man sich erarbeiten und für das man sich einsetzen muss. Die momentane Heimat-Hysterie ist eher ein Stück Zeitgeist und hat noch nicht dazu geführt, dass unsere Vereine überlaufen werden.

„Die Glocke“:  Das Gegenteil scheint eher der Fall zu sein. Wie viele andere Organisationen, klagen auch immer mehr Heimatvereine im Kreis Gütersloh über Mitgliederschwund. Was raten Sie den Aktiven?

Westheider: Es gibt kein Patentrezept für ein florierendes Vereinsleben. Jede Organisation ist anders aufgestellt und hat eigene Strukturen und Geschichten. Vielerorts läuft es dank engagierter Mitstreiter sehr gut. Darüber hinaus wird es aber mit besonderen Angeboten immer wieder gelingen, weitere Menschen für die Heimatarbeit zu begeistern. Da bin ich mir sicher. Ansatzpunkt dafür können Aktionen und Emotionen sein.

„Die Glocke“:  Was meinen Sie damit?

Westheider: Nehmen wir zum Beispiel die vielen Flüchtlinge, die derzeit mit großen Hoffnungen in unser Land kommen. Menschen, die vielfach schlimme Erlebnisse hinter sich haben und hier eine neue Heimat suchen. Auf die können und sollten Heimatvereine zugehen. Die Geschichte hat gezeigt, dass die Menschen, die sich eine neue Heimat suchen mussten, immer die aktivsten Gestalter der neuen Heimat waren. Das gilt beispielsweise auch für unsere Vorfahren, die einst als Wirtschaftsflüchtlinge nach Nordamerika ausgewandert sind und dort Fuß gefasst haben.

Das vollständige Interview lesen Sie in der „Glocke“ von Donnerstag/Freitag, 5./6. Mai!

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