Heimatverein will neuen Pächter fürs Café
Enttäuscht und wütend über das Vorgehen des Heimatvereins: die Pächter des Museumscafés Gerd und Eva Pagenkemper.

„Unser Café ist immer voll“, sagt die Pächterin. Ihr Mittagsangebot am Samstag sei sehr beliebt. Aber auch nachmittags lassen sich zahlreiche Gäste zum Kaffeetrinken in dem historischen Fachwerkgebäude nieder und genießen die Torten, die angeboten werden. Das Café könne nicht besser laufen, sagen die Pagenkempers. Sie gehen damit auf Behauptungen ein, das benachbarte „Bankery“ sei eine zu große Konkurrenz. „Wir sind durch das ,Bankery‘ nicht unter Druck geraten“, erklärt Eva Pagenkemper. „Das Café ist immer voll.“

„Bankery“-Chef soll übernehmen

Das Ehepaar, das das Café am Kolbeplatz seit fast sechs Jahren betreibt, ist enttäuscht, dass der Heimatverein nicht frühzeitig angekündigt hat, dass es Pläne gibt, einen neuen Pächter zu finden. Eva Pagenkemper habe bereits im September erklärt, dass sie daran interessiert sei, den Vertrag zu verlängern. Der Vorstand des Heimatvereins habe daraufhin ein Gespräch im Januar vorgeschlagen. Das habe es aber nie gegeben. „Erst als ich Frau Horsmann direkt gefragt habe, ob sie einen anderen Betreiber für das Café sucht, hat sie das bestätigt“, sagt Eva Pagenkemper. Ralf Schubert (Bild), der Chef von „Bankery“ und „Alex“, der für eine Stellungnahme nicht zu erreichen war, soll bald auch das Museumscafé betreiben. Der Pachtvertrag laufe im August aus, erklären die Pagenkempers. Sollte er nicht sechs Monate vorher gekündigt werden, verlängert er sich automatisch. Sollte der Heimatverein also nach einem neuen Betreiber suchen, müsste die Kündigung spätestens bis Ende Februar bei den Pagenkempers auf dem Tisch liegen. „Bisher haben wir die noch nicht“, betont Gerd Pagenkemper. Es sei ja legitim, dass der Heimatverein einen anderen Pächter suche, der vielleicht längere Öffnungszeiten anbieten und dann auch eine höhere Pacht zahlen könne. Die Pagenkempers hätten sich nur gewünscht, dass sie das als Erste direkt vom Heimatverein erfahren hätten.

Horsmann: „Ich sage dazu nichts.“

Renate Horsmann, Vorsitzende des Heimatvereins, will sich zu dem Thema nicht äußern. „Ich sage dazu jetzt noch gar nichts“, erklärt sie auf Nachfrage der „Glocke“. Auch sie ist verärgert über die Gerüchte über die Zukunft des kleinen Museumscafés. Eva Pagenkemper aus Langenberg hat die Gastronomie in dem ehemaligen Ackerbürgerhaus im Mai 2006 übernommen. Vorher leitete Elisabeth Stamm das Café. Sie zog sich im Dezember 2005 aus familiären Gründen zurück. Eva Pagenkemper hatte der Heimatverein damals aus 30 Interessenten ausgewählt. „Wir waren sofort überzeugt, dass sie die Richtige ist“, hatte Horsmann 2006 bei der Vorstellung der Langenbergerin erklärt. Jetzt möchte der Heimatverein die Öffnungszeiten ausweiten. Das Ehepaar Pagenkemper bewirtet seine Gäste dienstags bis freitags von 13.30 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 17 Uhr. Sonntags und montags bleibt das Café geschlossen. Vor Elisabeth Stamm hatte die Verlerin Marianne Hoffmann den Betrieb bewirtschaftet. Als der Heimatverein später einen Nachfolger für Elisabeth Stamm suchte, hatte der Vorstand erklärt, er wolle keine professionelle Gastronomie im Fachwerkhäuschen. Das Angebot müsse zum Charakter des Hauses passen. Allerdings war auch damals schon klar, dass sich der Betrieb rechnen müsse. Der Heimatverein, der für die Unterhaltung des Museumsensembles verantwortlich ist, kann das Haus nicht nur über Mitgliedsbeiträge erhalten.

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