Heiner Kamp (FDP) kandidiert nicht mehr
Heiner Kamp tritt bei der Bundestagswahl im kommenden Jahr nicht mehr an. Er hat seine ursprüngliche Bereitschaft zur Kandidatur aus „persönlichen Gründen“ zurückgezogen.

Die aus „persönlichen Gründen getroffene Entscheidung“ Kamps ist ebenso überraschend wie die Anfang August plötzlich bekanntgewordene Gegenkandidatur von Evelyn Dahlke aus Rietberg. Hatte der liberale Bundestagsabgeordnete zunächst erklärt, er stelle sich bei der Kreiswahlversammlung am Samstag, 1. September, mit seiner 43-jährigen Mitbewerberin dem Votum der Delegierten, so haben diese nun ab 11 Uhr in der Orangerie von Schloß Rheda keine personelle Alternative mehr. Es sei denn, es gibt noch andere Vorschläge.

Rückzug aus „persönlichen Gründen“

Im Gespräch mit der „Glocke“ erläuterte Heiner Kamp seine persönlichen Gründe nicht näher. Er habe noch einmal intensiv nachgedacht und sich zum Rückzug entschlossen. „Meinen Wählerauftrag in Berlin werde ich natürlich bis zum allerletzten Tag pflichtbewusst und gewohnt engagiert erfüllen“, so der 48-Jährige.

Bei einer internen Veranstaltung am Mittwoch in Gütersloh, an der auch Evelyn Dahlke teilnahm, hatte Kamp die Liberalen informiert. „Viele Parteifreunde haben Verständnis für meine Entscheidung gezeigt und mir Respekt gezollt“, sagte der Versmolder, der 2013 nicht auf einen sicheren Listenplatz hätte hoffen dürfen. Was er beruflich nach seiner Zeit als Bundestagsabgeordneter machen werde, sei noch offen. Früher hatte Kamp, der in Versmold auch Ratsmitglied ist, als Unternehmensberater in der Verkehrswirtschaft gearbeitet.

Gegenwind an manchen Stellen

Ausdrückliche Unterstützung für seine Bundestagskandidatur hatte der 48-Jährige von den Jungen Liberalen erfahren. „Ich finde den Rückzug von Heiner Kamp schade, muss die persönlichen Gründen aber akzeptieren“, sagte der FDP-Kreisvorsitzende Michael Böwingloh der „Glocke“. Weiter wollte sich der Verler nicht äußern. Böwingloh schließt nicht aus, dass es am Samstag noch einen weiteren Kandidaten gibt, „Alternativen sind schließlich Grundlage aller Demokratie“.

Beim Euro-Rettungsschirm auf Seiten des Bundesvorstands

Die Gegenkandidatur von Erzieherin Evelyn Dahlke war in jüngster Zeit für Kamp nicht der erste Gegenwind. Beim Kreisparteitag im März hatte der Versmolder bei der Wahl zum stellvertretenden Vorsitzenden nur 48 von 79 Stimmen bekommen. Das war möglicherweise die Quittung dafür, dass er in Sachen Euro-Rettungsschirm die Linie des Bundesvorstands und damit eine andere als die von Michael Böwingloh und des Bezirksvorsitzenden Frank Scheffler vertreten hatte.

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