Herzen sollen sich für die Senne öffnen
Sie lieben die Senne und sammeln alles, was sie dazu in die Finger bekommen: Doris und Konrad Thorwesten. Jetzt haben sie eine Ausstellung fürs Rathaus zusammengestellt.

Bis zum 29. März zeigt eine Ausstellung aus dem privaten Archiv der Eheleute Erinnerungen an die Senne. Bürgermeister Hubert Erichlandwehr (CDU) begrüßte die Besucher bei der Eröffnung und dankte dem Ehepaar Thorwesten für dessen Bemühungen, die Sammlung der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Rund 20 Heimatfreunde waren gekommen, um die von Konrad Thorwesten ausgewählten und selbst aufgestellten Ausstellungsstücke zu sehen. Landkarten, Bilder, Urkunden, Plakate und Schriften sowie alte Senne-Bücher, unter ihnen auch zahlreiche Raritäten, behandeln einzigartige Landschaft und ihre Geschichte. Bei dem ältesten Ausstellungsstück handelt es sich um eine Landkarte aus dem Fürstentum Lippe, die vermutlich aus dem 16. Jahrhundert stammt. Die Schau im Rathaus umfasst etwa Drittel unserer Sammlung, wie der Heimatforscher berichtete.

„Seit 40 Jahren sind wir verheiratet und haben seither gesammelt“, erzählte Doris Thorwesten, die als Landschaftswächterin in der Moosheide ehrenamtlich engagiert ist. Ihren Mann bezeichnete sie als waschechten, senneverliebten Stukenbrocker. Sie selbst ist in der Hövelsenne geboren, die einst der Erweiterung des Truppenübungsplatzes zum Opfer gefallen war. Einige Zeitungsausschnitte berichten aus dieser Zeit. Mit zahlreichen Fotos verbindet der Senne-Forscher auch persönliche Erlebnisse.

Er zeigte ein Foto mit einem jungen russischen Soldaten, dessen Spur sich nach dem Zweiten Weltkrieg in der Senne verlor. Er habe den Bruder des Russen kennengelernt und für ihn anhand des Fotos und des Namens Nachforschungen angestellt, erzählte Thorwesten. „Die Ausstellung hat uns sehr interessiert, weil wir aus der Senne kommen“, sagte Besucherin Maria Eikenbusch. „Es hat sich so viel verändert. Die Fotos von Menschen, Landschaften und Gebäuden aus früheren Zeiten wecken viele Erinnerungen.“

„Steine erzählen Geschichten“, betonte Doris Thorwesten. „Unser Buch ,Die alten Grenzsteine der preußisch-lippischen Grenze in der Senne‘ ist nach wie vor aktuell und für mich das Herzstück, der Ausstellung.“ Konrad Thorwesten hob hervor: „Mein Herzensanliegen ist, dass wir Kinder immer wieder dazu ermuntern, den Blick für ihre Heimat zu schärfen, und ihr Herz für die Senne zu öffnen.“

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