Hochschule arbeitet an Gedenkstätte mit
Bild: Bitter
Vor der ehemaligen Entlausungsstation Stalag 326 in Stukenbrock-Senne: (v. l.) Wolfgang Wupper (Landeszentrale für politische Bildung), Oliver Nickel (Leiter der heutigen Gedenkstätte), Landtagspräsident André Kuper (Rietberg) und Wolfgang Günther (Archiv der Evangelischen Landeskirche von Westfalen).
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Landtagspräsident André Kuper, der den Vorsitz beim vierten Treffen in einer Baracke des ehemaligen Sozialwerks Stukenbrock hatte, stellte jetzt ein Drei-Stufen-Modell vor: Städteplaner Professor Oliver Hall erarbeitet bis Januar 2019 mit 20 Masterstudierenden ein räumliches Konzept. Es folgt Professorin Kathrin Volk vom Fachbereich Landschaftsarchitektur. Es geht um Analyse und Potenzial einer Stalag-Gedenkstätte Stukenbrock, Landschafts- und Denkmalschutz und ein vertieftes Verständnis für den Ort.

Zu berücksichtigen bleiben die Belange der Landespolizeischule, auf deren Gelände sich alle Veränderungen vollziehen werden. Drauf legte Kuper in Gegenwart des Leiters Michael Frücht großen Wert.

Die dritte Phase umschrieb der Landtagspräsident mit Machbarkeitsstudie. Dazu zählt ein angedachter Pfad der Erinnerung, der Stalag 326, Internierungslager, Sozialwerk Stukenbrock und Ehrenfriedhof verbindet. „Ohne die Senner ist dieser Weg nicht machbar“, sagt der erfahrene Kommunalpolitiker.

An der Besprechung nahmen unter anderem teil: der Europaabgeordnete Elmar Brok (CDU), der aus Schloß Holte stammt, Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU) und Bürgermeister Hubert Erichlandwehr (CDU) sowie die Ministerin in der Düsseldorfer Staatskanzlei, Britta Bollmann. Offen bleiben die Fragen: Wer ist Auftraggeber und wer bezahlt? Etwa Stadt und Kreis bei weitgehender Trägerschaft des Lands? „Um den kommunalen Daumen draufzuhalten“, merkte Kuper an. Bei der jetzigen Eigentumsstruktur habe das Land das Sagen.

Wichtige Hilfe erwartet der Lenkungsausschuss von Dr. Hauke-Hendrik Kutscher beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe, wenn es um die museal-pädagogische Konzeption geht. Hans Wupper von der Landeszentrale für politische Bildung kann sich auch eine Stiftung unter Beteiligung der heimischen Wirtschaft vorstellen. Denn die Größe des Rekrutierungslagers Stalag habe auch etwas mit der „Reichsskohle“ zu tun gehabt. Wolfgang Günther als Archivar der Evangelischen Landeskirche bereitet ein Symposion in der Lagerkirche vor 1948 zum Forschungsstand des Sozialwerks Stukenbrock vor.
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