„Hohes Tempo ist Killer Nummer eins“
Erklärten die Unfallstatistik: (v. l.) Landrat Sven-Georg Adenauer, Michael Orzel, Leiter Führungsstelle Direktion Verkehr, der Leitende Polizeidirektor Karsten Fehring und der stellvertretende Leiter Direktion Verkehr, Udo Linnenbrink, im Präsidium.  Bild: Dinkels

Die Polizei zeichnete am Montag bei der Erläuterung der Unfallstatistik ein differenziertes Bild von der Entwicklung auf den Straßen im Kreis. 25 Tote – „das ist für uns eine erschreckende Zahl“, sagte Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU). In zwölf Fällen war überhöhtes Tempo die Unfallursache. Der Leitende Polizeidirektor Karsten Fehring: „Hohe Geschwindigkeit ist der Killer Nummer eins.“ Damit wurde wieder das Niveau früherer Jahre erreicht. 2010 war ein Ausnahmejahr mit vielen Unfällen, aber wenigen Toten.

Bei den Unfallzahlen gebe es immer wieder Wellenbewegungen, sagte Fehring, ohne die Ursache benennen zu können. Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden stieg 2011 um 1,82 Prozent auf 1290. 158 Kinder verunglückten (plus 22,48 Prozent), 128 Jugendliche (plus 24,27 Prozent), trotz aller Aufklärungsaktionen auch mehr junge Fahrer (306, plus 3,03 Prozent) sowie mehr Radfahrer 493 (plus 2,92 Prozent).

Adenauer: „Das zeigt, dass wir Handlungsbedarf haben.“ Flächendeckende Kontrollen und Überwachungsaktionen seien gerechtfertigt und sollen dafür sorgen, dass die Zahlen nach unten gehen. „Das ist keine Abzocke, wir machen das ganz transparent“, sagte Adenauer.

Es gab auch erfreuliche Entwicklungen: Die Unfälle mit Sachschaden gingen um 7,33 auf 8322 zurück. Außerdem verunglückten weniger Senioren (178, minus 10,1 Prozent), die dann aber häufig mit dem Fahrrad.

Überhaupt machen die Radfahrer der Polizei Sorgen, dabei vor allem Kinder und Senioren. „Wir haben nur ganz wenige Unfälle, bei denen es keine Verletzten gibt“, sagte Udo Linnenbrink, stellvertretender Leiter der Direktion Verkehr. Er appellierte an das Verantwortungsbewusstsein der Erwachsenen: „Der Helm hilft, er kann schlimme Folgen verhindern.“ Im vergangenen Jahr wurden 6300 Maßnahmen gegen Radfahrer ergriffen, die beispielsweise gar keinen oder den falschen Radweg nutzten. 2012 werden erstmals auch Unfälle mit elektrischen Fahrrädern (E-Bikes) erfasst. Fehring: „Wir sehen das schon mit Sorge.“

Mit einer Reihe von Aufklärungsaktionen versucht die Polizei, die Unfallzahlen zu senken. Dazu gehören Crash-Kurse in den Schulen, in denen Unfall-Beteiligte berichten, die Aktion „Schutzengel“, Verkehrssicherheitstage, Verkehrsschulen und natürlich Kontrollen.

Kritisch bleibt die Zahl von Unfallflüchtigen. Die Aufklärungsquote ging von 48,2 auf 45,8 Prozent zurück, bei Unfällen mit Verletzten von 74 auf 64,9.

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