IHK: Corona setzt der Wirtschaft zu
Foto: Steinecke
Bei nahezu zwei Dritteln der Industrieunternehmen im Kreis Gütersloh sind laut IHK-Sonderumfrage die Umsätze um zehn Prozent zurückgegangen. Bei 13 Prozent sogar um bis zu 25 Prozent.
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 347 Unternehmen mit mehr als 40 000 Beschäftigten beteiligten sich an der Umfrage der Industrie- und Handelskammer. Danach ist der Konjunkturklimaindex für die Wirtschaft im Kreis von 113 Punkten im Frühjahr auf aktuell 52 Punkte eingebrochen. Nur 13 Prozent der Industrieunternehmen sprächen noch von einer guten, aber 42 Prozent von einer schlechten Geschäftslage.

 Im Vergleich zu 2019 seien seit Jahresbeginn die Umsätze bei nahezu zwei Dritteln der Industrieunternehmen um bis zu zehn Prozent zurückgegangen, bei 13 Prozent sogar zwischen 10 und 25 Prozent. Nur 3 Prozent gingen von einer besseren, 75 Prozent von einer schlechteren Geschäftslage aus.

 „Die Ertragserwartungen sind noch negativer, 85 Prozent rechnen mit weniger Gewinn“, erklärt IHK-Vizepräsident Dr. Markus Miele. Zudem planten 57 Prozent einen Personalabbau. 78 Prozent der Unternehmen aus dem Verarbeitenden Gewerbe hätten Rationalisierungsmaßnahmen eingeleitet, um der Krise zu begegnen, 75 Prozent setzten auf eine verstärkte Digitalisierung und 57 Prozent stellten ihre Geschäfte auf andere Produkt- und Kundengruppen um.

Im Einzelhandel sprächen 36 Prozent von einer guten und 38 Prozent von einer schlechten Geschäftslage. Im Großhandel beurteilten nur 26 Prozent die Lage als gut. Bis Ende des Jahres rechnete fast jeder fünfte Händler mit einem Umsatzrückgang zwischen 10 Prozent und 25 Prozent, ein Viertel sogar mit einem Rückgang von bis zu 50 Prozent. Gut ein Viertel plane Personalabbau. Bei den Dienstleistern sind es 18 Prozent, die von einer guten und 28 Prozent von einer schlechte Lage reden,

Noch verbucht die Industrie steigenden Gesamtumsatz

Angesichts der Auswirkungen der Corona-Pandemie würdigt der IHK-Vizepräsident die Maßnahmen der Politik. Mit dem Konjunkturpaket seien viele wichtige Impulse gesetzt worden. Allerdings dauerten die Umsatzeinbrüche deutlich länger an als anfangs erwartet.

 Umso wichtiger sei es, sie jetzt mit Liquidität über die nächsten Monate zu bringen. Erfreulich, so IHK-Geschäftsführer Dr. Christoph von der Heiden sei, dass der Kreis Gütersloh, der einzige in Ostwestfalen sei, der in den ersten vier Monaten noch einen steigenden Industrieumsatz verbuchen konnte“. Der Gesamtumsatz ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,7 Prozent gestiegen, und zwar von 6,4 Milliarden auf 6,5 Milliarden Euro. Dabei sei der Auslandsumsatz sogar um 3,4 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro angewachsen, während der Inlandsumsatz um 1,1 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro gefallen sei.

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