Im Gasthof Jägerkrug endet eine Ära
Bild: Bitter
Obwohl sie ihren Job an den Nagel hängt, blickt sie zuversichtlich in die Zukunft: Gastwirtin Ulrike Münsterteicher. Der Pachtvertrag für ihren Gasthof Jägerkrug, Am Furlbach, läuft aus.
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Der dann auslaufende Pachtvertrag verlängert sich nicht, weil Verhandlungen kein Ergebnis brachten. Das behage beiden Seiten, wie Ulrike Münsterteicher erklärt. Ein neuer Pächter scheint noch nicht in Sicht. Derzeit werden Gasthaus, Wohngebäude und benachbarter Campingplatz auf dem heimischen Immobilienmarkt und im Internet zum Kauf angeboten.

Schon mit 22 Jahren Witwe

Zur Historie: Jürgen und Ulrike Münsterteicher kamen vom Bistro „Le Coq“ am Hegselweg in Verl. 1984 übernahmen sie das Traditionshaus „Jägerkrug“ am Furlbach in Stukenbrock-Senne direkt an der Grenze zu Hövelhof. Als der Gastronom 1988 starb, erwartete seine Frau Sohn Maximilian. Von da an war die gelernte Arzthelferin auf sich selbst gestellt, versorgte Sohn und Gäste 23 Jahre mit Herz und Verstand. Erst vor zwei Jahren wurde noch in den Gasthof investiert. Schwager Toni Münsterteicher mit Restaurants in Binz auf Rügen half bei der Umstellung der Speisekarte, damit in der Landhausküche wieder so gekocht wurde wie früher.

Das Restaurant fasst 140 Gäste, eine Empore unter freigelegten Eichenbalken eingeschlossen. Hinzu kommt der Biergarten, der 250 Besucher aufnimmt. Ein Stammgast hat die Gefache innen mit rustikalen Motiven bemalt. Die Gäste kamen nicht nur von nebenan, sondern auch aus Bielefeld, Detmold, Münster und dem Kreis Warendorf. Der Fernradweg R 1 und die Teuto-Senne-Route belebten das Geschäft. Ulrike Münsterteicher und ihr Team waren fast rund um die Uhr im Einsatz. „Das kann man nur machen, wenn man den Beruf liebt“, sagt sie.

Vom der Gaststätte ins Büro

Dieser Alltag soll sich für die 45-Jährige ändern. Künftig will sie halbtags im Büro arbeiten. Kaufmännisches Wissen hat sie sich über die Jahre angeeignet, weil sie im Gasthof für die Finanzen zuständig war. Zudem nahm sie an Weiterbildungen teil und erwarb Zertifikate. Den Wohnort Porta Westfalica hat sie längst ausgewählt, und zwar der Liebe wegen. „Ich habe einen wunderbaren Lebenspartner gefunden“, versichert die Witwe. Und Sohn Maximilian möchte sie in Bad Honnef besuchen, der dort Hotelmanagement studiert.

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